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Dirk Nowitzki führte 2008 die deutsche Delegation und die DBB-Auswahl an © getty

Wenige Tage vor Olympia steht die Entscheidung noch aus, wer die deutsche Fahne tragen wird. SPORT1-User wollen Timo Boll.

London - In Peking hatte Michael Vesper die Lacher auf seiner Seite.

"Unser Fahnenträger ist Gerd Nowitzki", verriet der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) damals, um sich im gleichen Moment etwas irritiert zu berichtigen: "Sorry, ich meine natürlich Dirk Nowitzki."

Einen Weltstar vom Kaliber eines Dirk Nowitzki hat die deutsche Mannschaft in London nicht dabei, die Fahne muss aber trotzdem ins Stadion.

Anders als in Peking, wo früh feststand, dass an Nowitzki kein Weg vorbeiführt, sind dieses Mal einige Namen im Lostopf.

Einige Namen zur Auswahl

Da ist beispielsweise Pistolero Ralf Schumann, der ebenso seine fünften Olympischen Spiele erlebt wie Hockyspielerin Natascha Keller.

Oder Kanutin Katrin Wagner-Augustin, Gold-Fechterin Britta Heidemann, Diskusriese Robert Harting, Judo-Olympiasieger Ole Bischof - oder vielleicht doch Gewichtheber Matthias Steiner, der als gebürtiger Österreicher der deutschen Mannschaft 2008 in Peking das emotionalste Gold der Spiele schenkte?

SPORT1-User wollen Boll

Oder Timo Boll, zum vierten Mal bei Olympia dabei und im tischtennisverrückten China längst ein Weltstar.

Den ehemaligen Weltranglisten-Ersten wollen auch die SPORT1-User als Fanhnenträger sehen.

40,6 Prozent der 42.732 Beteiligten (Stand: 23. Juli, 14.40 Uhr) haben in einer SPORT1-Umfrage für Boll abgestimmt. Immerhin 14,6 Prozent der Stimmen bekam Schwimmerin Britta Steffen, 12,6 Harting, 11,5 Steiner und 10,0 Turner Fabian Hambüchen.

Die wenigen restlichen Stimmern verteilen sich auf Hammerwerferin Betty Heidler, Jan Frodeno, Anja Dittmer und die Kategorie "Ein(e) andere(r)".

"Wenn ich in der Lage wäre, fünf zu benennen, wäre das sicher leichter", sagte DOSB-Genraldirektor Michael Vesper am Montag in London: "Es gibt viele Sportler, die erfolgreich und Vorbilder sind. Daraus eine Auswahl zu treffen ist ungeheuer schwer. Deswegen lassen wir uns nicht unter Druck setzen."

"Toll" für den Hockey-Sport

Am Mittwoch wird der DOSB seine Entscheidung verkünden, bis dahin darf munter spekuliert werden.

Natascha Keller, Kapitän des Hockey-Teams, wäre bei Sommerspielen die erste Frau seit Kanutin Birgit Fischer 2000 in Sydney. Bundestrainer Michael Behrmann fände es "sensationell", wenn Keller diese Ehre zuteil würde.

"Das wäre vor allem toll für unsere Sportart und natürlich für Natascha selbst", sagte er: "Hockey steht ja in Deutschland nicht so sehr im Fokus wie beispielsweise in Argentinien."

Die argentinische Fahne trägt Hockey-Nationalspielerin Luciana Aymar.

Boll gibt sich äußerst fair

Auch Timo Boll hat sich schon mit der Möglichkeit auseinandergesetzt, Schwarz-Rot-Gold ins Londoner Olympiastadion zu tragen.

"Die theoretische Möglichkeit besteht, ob ich es wirklich werde, wird man sehen", sagte der Rekord-Europameister: "Ich würde mich darüber freuen, aber wenn es ein anderer wird, würde ich mich auch mitfreuen."

Bundestrainer Jörg Roßkopf erinnerte schon mal daran, dass drei Tage nach der Eröffnung die Wettbewerbe beginnen: "Wir müssen das im Hinterkopf haben. Aber im Endeffekt ist das die Entscheidung der Spieler."

Nur vier Frauen in der Historie

Erster deutscher Fahnenträger bei Sommerspielen war 1908 in London der Turner Wilhelm Kaufmann.

Ihm folgte 1912 Mehrkämpfer Karl Ritter von Halt, den die olympische Idee dermaßen prägte, dass die fünf Ringe 1964 sogar seinen Sarg bedeckten. Die erste Frau an der Fahne war Wasserspringerin Ingrid Engel-Krämer, die 1964 in Tokio die gesamtdeutsche Mannschaft ins Olympiastadion führte.

Nach ihr waren es bis dato nur noch drei weitere Frauen: Für die DDR 1968 in Mexiko-City Leichtathletin Karin Balzer und 1980 in Moskau Handballerin Kristina Richter, 2000 in Sydney dann Birgit Fischer.

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