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David Beckham wurde nicht für die Olympischen Spiele 2012 nominiert © getty

Die Frage, wer zu Beginn der Spiele das Olympische Feuer in London entzündet, bewegt die Nation. Kandidaten gibt es viele.

London - Es war nicht so, dass Daley Thompson in die Falle gelockt worden wäre.

Da lag keine glitschige Bananenschale, und es wurde auch keine Fangfrage gestellt in der "White City" der "BBC", dort, wo 1908 die Olympischen Spiele stattgefunden haben.

Aber die Moderatoren der "One Show" hatten einen witzigen Video-Clip eingespielt, von einem Fackelträger, dessen Olympia-Tattoo durch einen Rechtschreibfehler (Oylmpic torch bearer) verunstaltet ist.

Daley Thompson, 1980 und 1984 Olympiasieger im Zehnkampf, sprang in den Fettnapf, den es gar nicht gab.

Iren-Witz als Verhängnis

"Der Tätowierer muss ein Ire gewesen sein", sagte der ehemalige Weltrekordhalter und schaute danach so, als erwarte er nun allgemeines Schenkelklopfen.

Es war ein Späßchen, harmlos eigentlich, halt so, wie in Deutschland Witze über Ostfriesen erzählt werden.

Doch Thompson (53) könnte der unbedachte Spruch die große Ehre kosten, in seiner Geburtsstadt London am Freitag das Olympische Feuer zu entzünden. (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)

BBC bittet um Entschuldigung

Es hagelte Proteste, die "BBC" musste um Entschuldigung bitten, sie schrieb einem empörten Iren sogar einen Brief. "Wir verstehen, dass sie das extrem unangemessen fanden", stand darin und die Versicherung, die "starken Gefühle vieler Zuschauer" seien sehr wohl registriert worden.

Da passt es ins Bild, dass Thompson und die Ruder-Legende Steven Redgrave sich in den Medien auch noch anfauchten. Sir Steven sagte, er glaube nicht an Thompson, der im "Independent" mit der Aussage konterte, der immerhin fünfmalige Olympiasieger Redgrave spiele nicht in seiner Liga.

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Beckham? Daley? Hoy?

Es ist in London kurz vor den Spielen also ein bisschen wie bei den zehn kleinen Zinnsoldaten.

Es gibt einige Kandidaten, doch wer bleibt übrig? David Beckham? Er ist ein Weltstar - der jedoch mitgeteilt hat, das solle mal schön ein Olympionike machen.

Tom Daley vielleicht, der Wasserspringer? Ein Idol der Jugend - aber niemand mit weltweiter Ausstrahlung, ebenso wie Chris Hoy, der Bahnrad-Olympiasieger. Hoy wird den Union Jack ins Stadion tragen.

Olympionikin von 1936 als Kandidatin

Dennoch gibt es Vorschläge mit viel Charme. Da wäre zum Beispiel Dorothy Tyler-Odam, Silbermedaillen-Gewinnerin im Hochsprung 1936 und 1948, Bestmarke 1,68 Meter, geboren in London.

Sie ist die älteste lebende Medaillen-Gewinnerin Großbritanniens, Jahrzehnte nach den Spielen in Berlin hat sie über Adolf Hitler gesagt, dieser sei "nur ein kleiner Wicht in großer Uniform". Das mögen die Engländer.

Siebenjährige mögliche Ali-Nachfolger

Sie mögen aber auch Kinder. Deshalb haben kluge Köpfe ersonnen, einige Siebenjährige, die am 6. Juli 2005 geboren wurden, könnten in die Fußstapfen von Muhammad Ali (1996 in Atlanta) oder Paavo Nurmi (1952 in Helsinki) treten.

Der 6. Juli 2005 war der Tag der Olympia-Vergabe an London.

Zumindest für Paul ist die Sache klar. Paul ist ein Cabbie, ein Londoner Taxifahrer mit der Stimme eines Stahlarbeiters.

Paul ist glühender Fan des FC Chelsea, was seine außergewöhnliche Vorliebe für die Eröffnungsfeier erklären könnte. "Mir ist scheißegal, wer das Ding anmacht", sagte er: "Hauptsache, es ist nicht Beckham."

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