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Sascha Klein gewann 2008 in Peking mit Patrick Hausding die Silbermedaille © getty

Das Olympische Dorf und die Sportanlagen füllen sich mit Leben. Bei den DOSB-Sportlern kribbelt es. Rad-Sprinter Levy übt Kritik.

Von Katharina Blum

London/München - Unermüdlich braust Kristina Vogel Tag um Tag ums Oval.

Seit kurzem bestreitet die Bahnrad-Fahrerin neue Wege, und zwar im Olympischen Dorf.

Mit den Worten: "Erstes Essen gegessen, Zimmer eingerichtet, die ersten Pins getauscht ? erstmal renne ich mit aufgesperrten Uiui-Augen rum" umreißt sie ihre ersten Eindrücke und Taten.

Mittlerweile sind nahezu alle deutschen Athleten in London eingetroffen.

Den Anfang machten die Kanuten, am Montag folgten Ruderer, Hockeyspieler, Turner und Reiter. Inzwischen haben 200 von 392 nominierten Sportler ihre Olympia-Quartiere bezogen.

Freude bei den deutschen Stars

Und die Stimmung im deutschen Team scheint blendend. Fabian Hambüchen verschickt auf seiner Facebook-Seite hinter einer großen Sonnenbrille versteckt bei strahlendem Sonnenschein "Schöne Grüße aus dem Olympischen Dorf! Das erste Training ist schon vorbei und die Freude auf den Wettkampf steigt immer mehr!"

Schwimmstar Britta Steffen ist noch voller Vorfreude: "Ich freue mich sehr auf das Dorf, die verschiedenen Sportler, auf die Mensa, wo man sich trifft. Olympische Spiele sind immer was Besonderes."

Debütant Feck erwartungsfroh

Ihr Quartier wird die Doppel-Olympiasiegerin von Peking nur schwerlich verfehlen können.

Wo die deutschen Sportler wohnen, erkennt man schnell: Fahnen sind gehisst, die Balkongeländer mit schwarz, rot, goldenen Bändern verziert und die Terrasse mit dem Slogan "Wir für Deutschland" geschmückt.

Die Wasserspringer-WG hat schon ihr Quartier bezogen. Bei Stephan Feck, zweimaliger Vize-Europameister im Drei-Meter-Synchronspringen, "kribbelt es richtig", wie er der Nachrichtenagentur "dpa" verrät. "Ich freue mich, im Dorf meine Erfahrungen machen zu dürfen", sagt er. "Alle sagen, dass es super ist."

Es ist Fecks Olympia-Debüt.

Hausding verletzt sich

Zimmerkollege und Medaillenhoffnung Patrick Hausding ist ebenfalls begeistert: "Es ist etwas Besonderes. Die Häuser sind zwar höher als in Peking, dafür kann man sich auf dem Gang treffen."

Die Unterkünfte sind in achtstöckigen Wohnblocks untergebracht. Noch mehr getrübt dürfte seine Begeisterung allerdings durch seine Verletzung am rechten Fuß sein (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan).

Der siebenmalige Europameister knickte auf einer Stufe um. "Es wird eine kleine Bänderdehnung oder Zerrung sein. Im Training behindert es mich auf jeden Fall."

"Spartanische" Wohnungen

Nur einen aus der WG zieht es schnellstmöglich aus dem Quartier. "Ich wollte schon immer Usain Bolt sehen und bin nun gespannt", erzählt Martin Wolfram.

Verständlich, die Unterkünfte selbst sind auch alles andere als luxuriös. Zwei Betten stehen in den Doppelzimmern, ein Schrank, ein Nachttisch - mehr passt schon fast nicht mehr rein.

"Spartanisch" findet es Maximilian Levy im olympischen Dorf, wie er via "Twitter" mitteilt.

Wehmut bei Vesper

Dafür haben die Sportler aus den sogenannten Blöcken D und E einen guten Blick auf den Olympiapark mit Olympiastadion und Schwimm-Aren.

Nur Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, ist mit seiner Aussicht nicht ganz glücklich. Er blickt von seinem Zimmer auf die Basketball-Halle - und das mit Wehmut.

"Schade, dass wir nur drei Teams dabei haben", sagte Vesper.

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