Greipel: Über den Box Hill zur goldenen Krönung
London - Es soll für Andre Greipel die Krönung seiner Karriere werden. Schon eine Medaille im Straßenrennen bei Olympia würde perfekt in eine überzeugende Saison passen, Gold aber wäre das Größte.
Alles ist am Samstag (ab 11 Uhr im LIVE-TICKER) ausgerichtet auf den gebürtigen Rostocker, der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) vertraut auf den Kraftprotz mit dem Spitznamen Gorilla, der bei der Tour de France zuletzt drei Etappen gewann.
Greipel wird nichts unversucht lassen, seinen Medaillentraum zu erfüllen.
Vertrauen in Kumpel Sieberg
Am Donnerstag nahm das deutsche Team deshalb wichtige Streckenpassagen noch einmal in Augenschein.
"Es ist das größte Event, das du als Athlet bestreiten kannst. Man hat vielleicht nur einmal die Chance, daran teilzunehmen", sagte der deutsche Top-Sprinter, der über die 250 km auch auf Marcel Sieberg, seinen Intimus und Anfahrer beim Team Lotto-Belisol, bauen kann ( Alle Videos zu Olympia).
Für dessen Nominierung hatte sich Greipel im Vorfeld sehr eingesetzt. Der BDR hat ihm diesen Wunsch erfüllt, denn Siebergs Qualitäten schätzt der 30-Jährige sehr.
Greipel vertraut seinem Freund total: "Ich habe ihm viele Siege zu verdanken und weiß, dass ich immer auf ihn zählen kann. Ich weiß, dass es auch bei Olympia der Fall sein wird."
Zweifel an Martin
Dennoch war Greipel in der "Bild"-Zeitung mit einer Kritik an der Aufstellung des BDR zitiert worden.
Es sei "zweifelhaft", ob sich Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin "vier Tage vor seinem Rennen komplett verausgabt", hieß es da.
Martin wird am 1. August im Rennen gegen die Uhr um Medaillen kämpfen und soll am Samstag wichtige Helferdienste verrichten. "Mit dieser Aufstellung verschenken wir gute Goldchancen", soll Greipel hinzugefügt haben.
"Team ist so gut es geht zusammengestellt"
Nun relativierte Greipel diese Äußerungen. "Das Team ist so gut es geht zusammengestellt worden. Es sind nur fünf Plätze, das ist einfach schwierig. Und dass Tony vielleicht nicht bis zum Ende fährt, ist doch verständlich", sagte er am Donnerstag ( Die Olympia-Web-App von SPORT1).
Die Regularien schreiben zudem vor, dass beide Zeitfahrer, neben Martin Routinier Bert Grabsch, Teil des Straßenteams sein müssen.
Den fünften Platz erhielt John Degenkolb. "Wenn man bei der Tour die Leistungen von Jens Voigt, Marcus Burghardt oder Christian Knees gesehen hat, dann hätten viele andere deutsche Fahrer das Recht, hier zu starten. Die, die hier sind, freuen sich riesig darüber und werden alles geben", fügte Greipel hinzu.
Box Hill "sollte mir liegen"
Den WM-Dritten von 2011 schreckt auch die Schlüsselstelle des olympischen Parcours nicht.
Den Box Hill, über den im Vorfeld viel diskutiert wurde, hält Greipel nicht für ein unüberwindliches Hindernis, selbst wenn er bei neun Überquerungen stets mit hohem Tempo genommen würde.
"Der Kurs ist etwas für bergfeste Sprinter, einer, wo man sich nicht wirklich ausruhen kann. Das sollte mir liegen", sagte er.
Auf Londons Prachtstraße "The Mall" in der Nähe des Buckingham Palace will Greipel dann den Heimsieg seines britischen Rivalen Mark Cavendish verhindern.
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