Die schlechte Stimmung wird in London schon vor dem Spiele-Start beschworen. Warum eigentlich, fragt SPORT1-Reporter Maik Rosner.

In der olympischen Gastgeberstadt London wird die schlechte Stimmung regelrecht beschworen - doch warum eigentlich?

Da hatten die Briten den Salat. Eine Woche lang Temperaturen an die 30 Grad Celsius, strahlender Sonnenschein und jede Menge verbrannte Haut - auch bei den Touristen.

Regen, nichts als Regen, hieß es kürzlich noch, sei bei den Olympischen Spielen zu befürchten - und das auch im übertragenen Sinne.

Staus, Chaos, überfüllte U-Bahnen. Ein aus den Fugen geratenes Sicherheitskonzept. Schlangen an der Passkontrolle am Flughafen Heathrow, Tumulte gar. Und, und, und.

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"Ach, wär's doch schon vorbei", schrieb der "Spiegel". Und die Londoner Zeitungen geben Empfehlungen, wie man all dem am besten entkommen kann.

Alles Mist, bloß weg, heißt die Devise, nicht dabei sein ist alles. Oder kurz: Olympia nervt.

Es ist ja durchaus etwas dran, wenngleich beispielsweise die bald 160 Jahre alte U-Bahn, die "Tube", doch weit weniger Schrecken verbreitet, wenn man mit ihr fährt als wenn man über sie liest.

Und sicher, der "Guardian" beispielsweise beklagt den überbordenden Kommerz der Olympischen Spiele nicht zu Unrecht.

Aber andererseits: In London gibt es ja auch ein Leben abseits der Spiele - und man muss gar nicht lange danach suchen.

Sobald man die Olympia-Pfade verlässt, sieht man ganz viel von der bunten, multikulturellen und auf den ersten Blick ziemlich schönen und lässigen Hauptstadt.

Und wenn der erste Eindruck nicht täuscht, haben auch die Londoner viel Spaß daran, zum Beispiel beim After-Work-Drink in lauer Sommerluft.

Vielleicht muss man aber gerade in diesem Fall den zweiten Eindruck abwarten. "You'll never get a second chance to make a first impression", heißt es ja eigentlich, man bekommt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck.

Wenn es danach ginge, müsste man jetzt sagen: Warum wird eine schlechte Stimmung eigentlich regelrecht beschworen? Ist doch alles halb so wild, sogar richtig nett hier.

Aber vielleicht ist das auch ein bisschen naiv.

Also abwarten, wie sich die ersten Wettkampftage gestalten nach der heutigen Eröffnungsfeier, die, man höre und staune, ganz toll werden soll. Schreiben sogar die britischen Zeitungen.

Ist das jetzt ein schlechtes Omen? Künstlicher Regen ist für Teile der Eröffnungsfeier jedenfalls angekündigt, weil der Himmel nicht mitspielen könnte.

Das muss mit dem britischen Humor zu tun haben.

Maik Rosner ist in London vor Ort und berichtet für SPORT1 von den Olympischen Spielen.

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