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In London jubeln meistens die anderen: Benjamin Kleibrink (l.) und Yuki Ota © getty

Raus im Auftaktgefecht: Olympiasieger Benjamin Kleibrink erlebt in London ein Debakel. Peter Joppich bleibt der "Unvollendete".

London - Benjamin Kleibrink erlebte vier Jahre nach seinem Olympiasieg ein Debakel, der viermalige Einzelweltmeister Peter Joppich bleibt der "Unvollendete".

Als die Florettfechter nach nur etwas mehr als zwei Stunden ihre Hoffnungen auf eine Olympia-Medaille begraben mussten, herrschte im deutschen Lager Enttäuschung - und Sprachlosigkeit.

Kommentarlos rauschte Kleibrink in London (täglich im LIVE-TICKER) nach dem bitteren 5:15 im Auftaktgefecht gegen den Japaner Yuki Ota in die Katakomben der Londoner ExCel-Arena.

Zu tief saß der Stachel der Niederlage. 2008 hatte Kleibrink durch seinen Finalsieg gegen Ota den Olymp bestiegen. Diesmal stolperte er beim Triumph des Chinesen Lei Sheng schon beim ersten Schritt (593238DIASHOW: Die Bilder des Tages).

"Erst einmal sacken lassen"

"Benni ist wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden. Das ging heute alles sehr schnell", sagte Bundestrainer Ulrich Schreck: "Das müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen."

Und auch Sportdirektor Manfred Kaspar, der am Montag als Trainer der Degenfechterin Britta Heidemann noch Silber gefeiert hatte, schien ratlos. "Er hat sich tief in seinem Inneren vielleicht schon auf den Teamwettbewerb konzentriert", sagte Kaspar (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

Ratloser Joppich

Auch die anderen deutschen Starter bereiteten ihren Fans wenig Vergnügen. Bitter war das vor allem für Joppich, der als einziger deutscher Fechter vier WM-Titel im Einzel sein Eigen nennen darf, aber seinem ersten olympischen Edelmetall weiter hinterher läuft.

[kaltura id="0_oflx46hb" class="full_size" title="Heidemann Silber gewonnen nicht Gold verloren "]

"Ich habe keine Erklärung", sagte der völlig konsternierte Joppich, der zum dritten Mal bei Olympischen Spielen am Start ist.

Die fehlende Medaille hatte ihn in den letzten Jahren immer angetrieben - doch auch diesmal wurde es nichts. Am Sonntag in der Mannschaft gibt es die letzte Chance (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan).

Quälend lange Jubelsekunden

Anstatt seine schwarze Serie zu durchbrechen, musste er nach der 10:15-Achtelfinalniederlage gegen Alaaeldin Abdouelkassem seinem Gegner quälend lange Sekunden beim Jubeln zuschauen.

Der WM-Fünfte aus Ägypten fiel auf den Rücken und schrie seine Freude heraus - während Joppich schier endlos darauf wartete, die Planche verlassen zu dürfen. Es war so etwas wie die Höchststrafe an diesem Tag.

Bereits in seinem ersten Gefecht hatte es der 29-Jährige zwischenzeitlich spannend gemacht, ehe er am Ende noch sicher mit 15:10 den Briten James-Andrew Davis besiegte.

Freundin flüchtet

Seine Freundin Ina hatte da allerdings die Halle schon verlassen. Zu hoch war die Nervenbelastung schon zum Auftakt gewesen.

Der dritte deutsche Starter Sebastian Bachmann aus Bonn verlor wie Joppich ebenfalls im Achtelfinale.

Beim 11:15 gegen den italienischen Weltranglistenzweiten Valerio Aspromonte war es nur zwischenzeitlich eng. Sagen wollte allerdings auch Bachmann nichts.

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