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Thierry Omeyer steht seit 2006 beim THW Kiel unter Vertrag © getty

Basketball, Fußball und Handball finden ohne deutsche Beteiligung statt. Immerhin: 60 Legionäre können auf Olympia-Gold hoffen.

London - Dirk Nowitzki? Gescheitert. Mario Götze? Vorzeitig ausgeschieden. Silvio Heinevetter? Nicht dabei.

All diese Stars des deutschen Sports müssen sich die Olympischen Spiele in London vom Sofa aus anschauen.

Für Deutschland, das war schon vor den Spielen klar, würde es im Basketball, Fußball und Handball, aber auch im Wasserball und von den Volleyballerinnen keine Medaille geben.

Wobei: So klar ist das nicht. Deutsche Fans hoffen trotzdem auf Edelmetall, ja auf Gold - durch einen der mehr als 60 Deutschland-Legionäre im Ballsport (BERICHT: DVV-Team unterliegt Russland).

Zu blöd für Olympia?

"Sind wir zu blöd für Olympia?", fragte der deutsche Boulevard besorgt, als Nowitzki und seine Basketballer die Olympia-Teilnahme bei der EM verspielten.

Zu blöd? Mitnichten! Zwei "deutsche" Korbjäger haben den Sprung nach London gepackt.

Und so fiebern nun zumindest in Gießen und Bayreuth einige Fans mit Koko Archibong und Ekene Ibekwe, die mit Nigeria nach den Sternen greifen (593238DIASHOW: Die Bilder des Tages).

Im Frauen-Turnier ist Deutschland durch Kanadas Tamara Tatham von den Halle Lions vertreten. "Ich spiele derzeit echt gut", sagte der Center kürzlich. Der Traum von einer Medaille wird für sie wie für Archibong/Ibekwe aber wohl unerfüllt bleiben.

Medaillensatz für Handball-Liga

Im Handball jedoch dürfen deutsche Olympia-Freaks mit Edelmetall geradezu rechnen. Heinevetter und Co. verpassten Olympia zwar klar.

[kaltura id="0_50qpjvwk" class="full_size" title="Fan Wahnsinn in London"]

Doch gleich 31 Spieler aus der besten Liga der Welt kämpfen mit acht Teams um Gold (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

Nur die Außenseiter Argentinien, Großbritannien, Südkorea und Tunesien haben keine "Deutschen" in der Mannschaft, die DKB Handball-Bundesliga dürfte einen ganzen Medaillensatz abräumen.

Omeyer brennt auf Titelverteidigung

Beste Aussichten hat Olympiasieger Frankreich mit Thierry Omeyer (THW Kiel). "Wir sind hergekommen, um unseren Titel zu verteidigen", sagt der Weltklassetorwart.

Sollte das misslingen, kann Deutschland auf Dänemark (7 Legionäre), Kroatien (5) und Spanien (1) hoffen (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan).

Zehn "Olympia-Versager" bei EM

Im Fußball hat Deutschland fremde Hilfe eigentlich nicht nötig. Sowohl die Frauen als auch die Männer gehören zur Weltspitze.

Doch während das Team von Silvia Neid das London-Ticket bei der Heim-WM verspielte, scheiterte die deutsche U21 schon in der Qualifikation für die EM, wo die drei Teilnehmer an Olympia ermittelt wurden.

Das konnten selbst prominente Namen wie Götze, Mats Hummels oder Thomas Müller nicht verhindern. Zehn "Olympia-Versager" standen bei der EM in Joachim Löws Aufgebot. Im Fernsehern dürfen sie sehen, wie noch elf ihrer Ligakollegen um Medaillen spielen.

Wicks schreibt Geschichte

Allein mit der Teilnahme haben "deutsche" Volleyballerinnen und die in der Wasserball-Bundesliga tätigen Briten (fast) schon alles erreicht.

Der Aachenerin Lucy Wicks gelang am Montag gegen Algerien (3:2) der erste britische Volleyball-Sieg in der Olympia-Geschichte. "Geschichte geschrieben. Einfach wunderbar!", twitterte sie.

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