Skandal: Verlier-Wettstreit im Badminton
London - Skandal beim olympischen Badmintonturnier in London:
Im Damendoppel zwischen den topgesetzten Chinesinnen Wang Xiaoli/Yu Yang und den Südkoreanerinnen Jung Kyung Eun/Kim Ha Na versuchten beide Paare, das Spiel zu verlieren, um eine bessere Ausgangsposition in der K.o.-Runde zu haben.
Neun Aufschläge spielten die favorisierten Chinesinnen alleine im ersten Satz ins Netz oder ins Aus und verloren schließlich 11: 21, 14:21. Der längste Ballwechsel im ersten Durchgang hatte ganze vier Schläge.
Nachdem der Schiedsrichter beide Doppel ermahnt hatte, fingen immerhin die Südkoreanerinnen an, ernsthaft um den Sieg zu spielen. Die Zuschauer in der Wembley Arena buhten die Spielerinnen für die unwürdige Vorstellung minutenlang aus.
Weltmeisterin Yu gab die absichtliche Niederlage bei "Reuters" indirekt sogar zu: "Unsere Gegner waren wirklich stark. Es war das erste Mal, dass wir gegen sie gespielt haben, und am MIttwoch beginnt die K.o.-Runde. Wir waren bereits qualifiziert und wollten mehr Energie für das Viertelfinale haben."
"Ich würde alle disqualifizieren"
Martin Kranitz, Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV), ärgerte sich maßlos über das Verhalten der asiatischen Spielerinnen. "Ich würde alle disqualifizieren, die so etwas machen", sagte Kranitz.
Beide Doppel wussten, dass der Sieger in der oberen Hälfte mit dem chinesischen Doppel Tian Qing/Zhao Yunlei spielen wird.
SPORT1 hat weitere Besonderheiten und Kuriositäten rund um die Olympischen Sommerspiele (täglich im LIVE-TICKER) zusammengefasst:
• Die Briten reagieren auf die vielen Lücken auf den Tribünen bei den Olympischen Spielen mittlerweile mit ihrem typisch trockenen Humor.
Bei Twitter hat sich ein schreibender Scherzkeks unter dem Namen "The empty seat", der leere Sitz, angemeldet und unterhält seine mittlerweile knapp 17.000 Follower mit seinen klagenden und traurigen Gedanken - immer aus der Sicht eines leeren Stuhls formuliert.
So schreibt "The empty seat" zum Beispiel: "Meine Mutter wollte immer, dass ich eine solide Laufbahn einschlage und ein IKEA-Stuhl werde. Aber ich fühlte mich ja für höhere Dinge bestimmt." Oder: "Ich fühle mich so leer und einsam."
Mittlerweile scheint sogar nicht nur unter den Sportlern ein Konkurrenzkampf zu herrschen, sondern auch unter den Sitzplätzen um jeden Fan.
"Da sitzt ein Mann auf einem Stuhl zwei Reihen vor mir. Warum kann ich das nicht sein?", schreibt "The empty seat", dessen "Großvater" bei Olympia 1948 in London war: "Ich wollte in seine Fußstapfen treten."
Seit Beginn der Spiele sorgen die teils zahlreichen Lücken auf den Tribünen der olympischen Wettkampfstätten für Ärger, weil Sponsoren und nationale Verbände ihre Kontingente offenbar nicht ausnutzen.
Die Organisatoren schickten sogar Soldaten auf die Ränge, um die Lücken zu füllen.
• Ein Feueralarm und ein Lebensmüder haben am Dienstag zu erheblichen Verzögerungen auf wichtigen Verkehrslinien der Olympischen Spiele in London geführt.
Weil ein Mann drohte, sich von einer Brücke auf die Bahngleise zu stürzen, musste der Schnellzug Javelin für fast zwei Stunden gestoppt werden. Der Zug verbindet den Olympic Park mit dem wichtigen Knotenpunkt St. Pancras.
Am Morgen mussten Besucher der Olympischen Spiele nach der Sperrung einer der wichtigsten U-Bahn-Linien auf dem Weg zu den Sportstätten erhebliche Verzögerungen in Kauf nehmen.
Ein Zugführer hatte in seiner U-Bahn Rauch bemerkt. Daraufhin wurde sein Wagen auf der Ost-West-Verbindung Central Line aus dem Betrieb genommen.
Die Organisatoren waren bemüht, die Fans auf alternativen Routen zum Olympia-Park im Osten der britischen Metropole zu bringen. Die Polizei gab bekannt, dass der Rauch vermutlich durch Probleme an den Bremsen der U-Bahn entstanden sei.
Bisher war das erwartete Verkehrschaos in der britischen Hauptstadt ausgeblieben. Während der Olympischen Spiele erwarten die Verantwortlichen bis zu 15 Millionen Reisende pro Tag, rund drei Millionen mehr als üblich. Zudem sind einige der umstrittenen "Olympic Lanes" wieder freigegeben worden, weil viele Offizielle die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.
• Deutschlands Hockey-Damen haben einen neuen Edel-Fan.
"Wir haben mit Bastian Schweinsteiger einen weiteren Supporter für den Hockeysport, und er trägt die Nr. 7 wie unsere Fahnenträgerin Taschi", posteten "Die Danas" auf ihrer Facebook-Seite und in ihrem Twitter-Kanal.
Dazu schickten sie dem Fußball-Nationalspieler von Bayern München auch gleich noch ein Team-Foto, aufgenommen vor dem Eingang in ihr Quartier im Olympischen Dorf.
Darauf hielten Natascha Keller und Co. ein eigens angefertigtes Plakat. "Basti. Liebe Grüße aus London. Deine Danas", war darauf zu lesen - und ein klarer Auftrag für das zweite Vorrundenspiel am Dienstagabend gegen Australien: "DAUMEN DRÜCKEN!!!"
Schweinsteiger reagierte prompt und postete bei Facebook ein Foto, auf dem er das Hockey-Trikot in die Höhe hält, dass ihm die Nationalspielerinnen geschickt hatten.
"Glückwunsch zu den beiden Auftaktsiegen der Frauen und Männer im Hockey. Über das Trikot von Euch und das Foto habe ich mich gefreut! Selbstverständlich drücke die Daumen", schrieb der 28-Jährige.
Lawrence Okoye wird Footballspieler: Der britische Modellathlet erhält bei den San Francisco 49ers einen Dreijahresvertrag. Der Head Coach des Vizemeisters schwärmt. Sportler auf Abwegen. mehr...