Tischtennis-Opa schlägt Boll, aber DTTB-Team siegt
London - Unbeeindruckt von einem weiteren Ausrutscher ihres Leitwolfs Timo Boll haben die deutschen Tischtennis-Herren die Auftakthürde auf dem Weg zur anvisierten Team-Medaille gemeistert.
Am Tag nach Dimitrij Ovtcharovs Bronze-Coup im Einzel kämpfte das deutsche Trio Rekordeuropameister Schweden mit 3:1 nieder und trifft nun nach einem Ruhetag im Viertelfinale am Sonntag (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) auf Österreich.
Bundestrainer Jörg Roßkopf kritisierte nach dem Arbeitssieg die Ansetzung ( SERVICE: Der Medaillenspiegel).
"Es kann nicht sein, dass wir direkt nach dem Einzel-Finale antreten müssen und die Chinesen bekommen einen Ruhetag", sagte der 43-Jährige.
Damen schlagen Australien
Zuvor waren die deutschen Damen mit einem souveränen 3:0 gegen Australien ins Viertelfinale eingezogen.
In der Runde der letzten Acht ist Japan am Samstag allerdings ein harter Brocken. Gegen die Asiatinnen hatte die deutsche Auswahl bei der Heim-WM in Dortmund zuletzt zwei 0:3-Niederlagen hinnehmen müssen ( DATENCENTER: Die Tischtennis-Ergebnisse).
Rekordeuropameister Boll verpatzte seinen mit Spannung erwarteten ersten Auftritt vier Tage nach dem Achtelfinal-Debakel im Einzel und musste sich dem 46-jährige Ex-Weltmeister Jörgen Persson geschlagen geben.
"So wenig Selbstvertrauen"
Der 31-jährige Düsseldorfer wehrte im dritten Satz zwar zwei Matchbälle ab, konnte die 1:3-Niederlage gegen den locker aufspielenden "Tischtennis-Opa" nach zahlreichen Fehlern aber nicht mehr abwenden.
"Das war für mich heute sehr schwer, besonders mit so wenig Selbstvertrauen", sagte Boll:
"Ich muss jetzt erst wieder meinen Rhythmus, mein Gefühl und mein Selbstvertrauen wiederfinden."
Ovtcharov wackelt
Im Anschluss wackelte zwar auch Ovtcharov kurz, bewies nach 1: 2-Rückstand gegen Pär Gerell wie bereits im Einzel Nerven wie Drahtseile und glich zum 1:1 aus.
Im Doppel mit Bastian Steger fand Boll dann wieder zu mehr Selbstbewusstsein und holte gegen das Duo Per Lundquist/Gerell den Punkt zur 2:1-Führung.
Anschließend machte es Olympia-Debütant Steger besser als Boll und bezwang Altmeister Persson bei dessen Olympia-Abschied mit 3:0.
"Basti hat das super gemacht", lobte Roßkopf den deutschen Meister aus Saarbrücken.
Party entfallen
Eine Bronze-Party für den überglücklichen Ovtcharov hatte das Team am Vorabend aufgrund der Ansetzung ausfallen lassen müssen.
Ein bisschen Feststimmung kam trotzdem auf, als Ovtcharov im großen Speisesaal des Olympischen Dorfs von den deutschen Hockey-Nationalteams erkannt und spontan mit Standing Ovations gefeiert wurde.
"Das war mir schon ein bisschen unangenehm", sagte der 23-Jährige, der sich zur Feier des Tages mit einem Burger belohnte.
Damen müssen zulegen
Beim Damen-Team besteht angesichts des Duells mit Japan noch Steigerungsbedarf. "Wir müssen da mindestens doppelt so viel draufpacken", sagte Irene Ivancan nach ihrem Debüt in London.
Die Vize-Europameisterin setzte sich gegen Miao Miao mit 3:1 durch. Die deutsche Nummer eins Jiaduo Wu gewann gegen Jian Fang Lay mühelos mit 3:0.
Den Siegpunkt holte Wu im Doppel mit ihrer Vereinskollegin Kristin Silbereisen. Das deutsche Meister-Doppel setzte sich 3:1 gegen Vivian Tan/Miao Miao durch.
Lawrence Okoye wird Footballspieler: Der britische Modellathlet erhält bei den San Francisco 49ers einen Dreijahresvertrag. Der Head Coach des Vizemeisters schwärmt. Sportler auf Abwegen. mehr...