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Fabian Hambüchen holte 2008 in Peking Bronze am Reck © getty

Fabian Hambüchen hofft am Reck auf einen sauberen Abgang und eine Medaille. Nguyen will am Barren die perfekte Übung zeigen.

London - Standhaft bleiben und alles wagen.

Fabian Hambüchen ist sich sicher, für den ersehnten Medaillengewinn am Reck (Di., ab 16.30 Uhr im LIVE-TICKER) die richtige Mischung gefunden zu haben.

Nicht die spektakulären Flüge über die Stange, sondern die sauberen Abgänge haben beim Training Priorität: "Der Stand wird sehr entscheidend sein. Unabhängig davon gehe ich aber davon aus, dass ich volles Risiko gehen muss."

Denn anders als früher turnt der Ex-Weltmeister am Königsgerät längst nicht mehr das schwierigste Programm. (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)

Trio vorbeigezogen

Die Chinesen Zhang Chenglong und Zou Kai und vor allem der Vorkampfbeste Epke Zonderland aus den Niederlanden sind an dem Wetzlarer vorbeigezogen. Doch mit jedem Zehntelpunkt mehr steigt auch das Risiko, eine saubere Ausführung ist nach wie vor wichtig.

Viel Spielraum zum Taktieren bleibt da nicht, zumal Cheftrainer Andreas Hirsch den 24-Jährigen als fünften von acht Turnern ans Gerät heben wird. Zonderland ist nach ihm dran.

"Ich werde kurzfristig entscheiden, ob ich versuche, meinen Ausgangswert von 7,5 optimal zu turnen oder ob ich eine Steigerung auf 7,7 versuche", sagte Hambüchen.

Enttäuschender Mehrkampf

Ein Stadtbummel mit seinem Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen, seinem Mentalcoach und Onkel Bruno Hambüchen und seiner Freundin Caroline hat die Erinnerung an das verkorkste Mehrkampf-Finale und den enttäuschenden 15. Platz verblassen lassen.

"Wir sind ein bisschen rausgefahren. Jetzt bin ich wieder frisch motiviert, habe neue Kraft getankt und bin absolut fokussiert."

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Achillessehnenriss löst Scheuklappen

Sein Achillessehnenriss im vergangenen Jahr hat ihn gelehrt, seine sportlichen Ziele durchaus konzentriert, aber eben nicht mehr verkrampft und mit Scheuklappen zu verfolgen. Auch daran scheiterte er 2008 in Peking.

Hambüchen: "Ich höre jetzt mehr auf meinen Körper und gestalte mein Training individueller." Mit Erfolg: In der North Greenwich Arena geht der einstige "Turn-Professor" so fit wie seit Jahren nicht mehr an die Geräte.

Medialer Druck abgenommen

Er würde es nie zugeben, aber vielleicht hilft es ihm auch, nicht mehr allein im Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stehen, der mediale Druck hat ein bisschen abgenommen.

Zweimal nacheinander wurde Philipp Boy aus Cottbus Vize-Weltmeister im Mehrkampf, in London holte nun Marcel Nguyen olympisches Silber in der Königsdisziplin der Kunstturner. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Nguyen: "Alles auf eine Karte"

Und Nguyen hat nicht genug, versucht nun am Barren die nächste Medaille zu holen.

"Ich werde alles auf eine Karte setzen und versuchen, die perfekte Übung zu zeigen", kündigte der Unterhachinger bereits an und ergänzt: "Ich mache einen Abgang mit einer Schwierigkeit, die sonst keiner zeigt."

Wie Hambüchen will Nguyen ebenfalls hohes Risiko gehen - und hofft auf Edelmetall als Belohnung

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