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Ara Abrihamian (r.) sorgte beim Ringen für einen Eklat © getty

Das IOC erwägt Sanktionen gegen den Bronze-Gewinner. Die jüngste Athletin ist nach Platz 83 zufrieden. Die Olympia-Splitter.

Peking - Das Wegwerfen der Bronzemedaille hat für den schwedischen Ringer Ara Abrahamian ein Nachspiel. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Freitag ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet.

Der Skandinavier hatte das Edelmetall bei der Siegerehrung in der Klasse bis 84 kg im griechisch-römischen Stil auf die Matte geworfen, weil er sich durch das Kampfgericht im Halbfinale benachteiligt fühlte und hatte das Ende seiner Karriere verkündet.

"Diese Medaille bedeutet mir nichts, ich wollte hier Gold holen", schimpfte Abrahamian, der in der Vorschlussrunde gegen den späteren Olympiasieger Andrea Minguzzi aus Italien umstritten verloren hatte. Welche Sanktionen dem Schweden drohen, ließ IOC-Sprecherin Giselle Davies am Freitag allerdings offen.

Sport1 hat weiter Ereignisse aus Peking zussammengefasst:

Jüngste Athletin "glücklich"

Am Ende wurde Antoinette Joyce Guedia Mouafo 83., doch für die mit zwölf Jahren jüngste Olympia-Teilnehmerin der Spiele von Peking war das ein großer Erfolg.

"Ich bin sehr glücklich, und meine Familie ist so stolz auf mich", sagte die Kamerunerin, die beim Vorlauf über 50 m Freistil mit ihrer Zeit von 33,59 Sekunden immerhin neun Konkurrentinnen hinter sich ließ.

Anschließend musste sie einen wahren Interview-Marathon bewältigen. "Es ist aufregend, in einem olympischen Becken zu schwimmen. Es ist so großartig, all die berühmten Schwimmerinnen zu treffen. Die sind alle so groß und schön", erklärte sie etwas eingeschüchtert.

Moreno von Polizei verhört

Radfahrerin Maria Isabel Moreno, die bei den Olympischen Spielen 2008 für den ersten Dopingfall gesorgt hatte, ist in ihrer spanischen Heimat Lleida von der Polizei verhört worden. Das berichtet die Sporttageszeitung AS.

Moreno war bei einer Kontrolle am 31. Juli kurz nach ihrer Ankunft in Peking positiv auf das Blutdopingmittel Erythropoietin (Epo) getestet worden. Ohne das Ergebnis der Kontrolle abzuwarten, reiste sie noch am gleichen Abend in ihre Heimat ab. "Panikattacken" waren die offizielle Begründung für ihre überstürzte Flucht.

Der spanische Sportminister Jaime Lissavetzky hatte Moreno daraufhin aufgefordert, mit der Polizei zu kooperieren und die Namen der Hintermänner zu nennen.

IOC diskutiert über Reformen

Am Rande der Spiele diskutiert das IOC auch über Reformen.

Dabei geht es auch darum, neue olympische Disziplinen zuzulassen, die die Entwicklung des Sports weltweit widerspiegeln.

"Einerseits müssen an den Olympischen Spielen die Sportarten zugelassen werden, die weltweit populär sind und betrieben werden. Andererseits dürfen die Olympischen Spielen nicht übermäßig wachsen. Es ist gut, neue olympische Sportarten einzuführen, man muss aber auch berücksichtigen, dass es eine lange Planung benötigt, um neue Disziplinen einzuführen", meinte IOC-Mitglied Fürst Albert von Monaco.

Weitere Manipulationen bei Eröffnungsfeier

Die Enthüllungen der "Fälschungen" bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking reißen nicht ab. Nach dem falschen Feuerwerk, den falschen Fußabdrücken und der falschen Sängerin kam nun noch heraus, dass auch die in bunte Trachten gekleideten Kinder nicht "echt" waren.

Angeblich sollten die Kinder, die die chinesische Fahne trugen, ethnischen Gruppen in China angehören. Von wegen: Die Kinder waren nur Schauspieler, wie der Vizepräsident des Organisationskomitees BOCOG, Wang Wei, am Freitag sagte.

"Das ist nichts Besonderes. Die Trachten sollten zeigen, dass die verschiedenen ethnischen Gruppen in China friedlich und glücklich zusammenleben", erklärte Wei.

Phelps sorgt für Preissteigerung

Für eine Autogrammkarte von Schwimm-Superstar Michael Phelps muss man künftig tief in die Tasche greifen.

500 US-Dollar legte jetzt ein Fan beim Tauschen für eine Karte des mit 12 Goldmedaillen erfolgreichsten Olympioniken aller Zeiten hin. Noch vor wenigen Tagen hätte man das gute Stück zum Schnäppchenpreis von 25 Dollar bekommen, doch dann schwamm der US-Amerikaner in Peking bislang sechsmal zum Olympiasieg.

Der Marktwert der Phelps-Karte könnte sogar auf mehr als 1000 Dollar steigen, sollte der Amerikaner am Wochenende den Rekord des legendären Mark Spitz brechen, der in München 1972 siebenmal zu Gold geschwommen war.

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