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Mountainbikerin Sabine Spitz holte bereits ihre dritte olympische Medaille © getty

Die Mountainbikerin fällt auf einer Abfahrt über den Lenker, rast aber doch noch auf Rang 2. Ihr Medaillensatz ist komplett.

London - Glücklich klatschte Sabine Spitz in die Hände, mit einem Strahlen im Gesicht fuhr sie ins Ziel.

Die 40 Jahre alte Mountainbikerin hat bei ihrem wohl letzten olympischen Cross-Country-Rennen Silber gewonnen und damit ihren Medaillensatz komplettiert - nach Bronze in Athen und Gold in Peking. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Einzig die Französin Julie Bresset, die in 1:30:52 Stunden zum Olympiasieg fuhr, war für die Schwarzwälderin aus Murg-Niederdorf unerreichbar. Nach einem Sturz fehlten Spitz im Ziel 1:02 Minuten auf Bresset. ( 598333 DIASHOW: Die Bilder des Tages )

"Ich habe meine Kollektion zusammen"

Dennoch war sie überglücklich und stieß ein lautes "Jaaaaa!" in den Himmel, als sie ihre Medaille um den Hals hängen hatte. "Ich habe meine Kollektion zusammen. Es ist ein geniales Gefühl, ich habe gezeigt, dass man mit 40 noch etwas taugen kann. Wenn der Wille da ist, spielt das Alter keine Rolle", sagte sie.

Lange hatte es so ausgesehen, als könne Spitz über sechs Runden und 29,26 km sogar um Gold mitkämpfen. Die Weltmeisterin von 2003 hatte sich mit einem geschickten Start im Vorderfeld positioniert und bestimmte von Beginn an das Renngeschehen mit.

Sturz lässt Kontakt abreißen

Doch nach ihrem Sturz in einer der steinigen Sektionen des technisch kniffligen Kurses riss der Kontakt zur 23-jährigen Bresset eingangs der vierten Runde ab.

Über eine entgangene Goldchance wollte Spitz nicht spekulieren. "Gott sei dank ist nichts passiert, es hätte schlimmer ausgehen können", sagte Spitz.

Von ihrem Sturz, bei dem sie sich nur das Knie ein wenig aufgeschlagen hatte, ließ sich die 40-jährige jedenfalls nicht entmutigen. Bresset war weg, aber Spitz hielt Georgia Gould auf Distanz - die Amerikanerin wurde Dritte.

[kaltura id="0_d03v4q39" class="full_size" title="Deutsche Goldhelden in Feierlaune"]

Coolness und taktisches Wissen

"Du bist so voll mit Adrenalin, da machst du einfach weiter", sagte sie. Die zweite deutsche Starterin, Adelheid Morath aus Titisee-Neustadt, kam auf Rang 16.

Wie vor vier Jahren in Peking wollte Spitz auf der Hadleigh Farm in Essex mit "Coolness" und "taktischem Wissen" ihre Chance suchen. Vor schwierigen und engen Passagen wählte sie daher immer wieder geschickt den Weg ganz nach vorne, um von den Gegnerinnen nicht behindert zu werden.

Dabei war die Aufgabe deutlich komplizierter: Es kamen wesentlich mehr Fahrerinnen für die Podestplätze infrage, außerdem machte es die sehr offen angelegte Strecke fast unmöglich, aus dem Sichtfeld der Konkurrenz zu fahren.

Aber Spitz war auf den Punkt fit. Zuletzt hatte sie noch zwei Trainingslager absolviert, um sich zum Saisonhöhepunkt in bester Verfassung zu präsentieren.

Strategie geht auf

Rechtzeitig stieg auch die Formkurve nach oben. Wie bei ihren vorherigen Teilnahmen hatte Spitz auch vor London auf die richtige Strategie gesetzt - und auf "Quack", ihre gelbe Plastikente, die bei keinem wichtigen Rennen fehlen darf.

Olympia und Spitz, das passt. Die Schwarzwälderin ist nun die einzige Mountainbikerin mit drei olympischen Medaillen. Dabei wird es aber bleiben, 2016 in Rio will Spitz bestenfalls noch am Rande dabei sein.

"Vielleicht als Trainerin oder Funktionärin. An der Cobacabana lässt es sich ganz gut baden."