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Den deutschen Hockey-Herren droht ein frühes Olympia-Aus © getty

Nach dem erneuten Unentschieden gegen Südkorea stehen die Hockey-Herren mit dem Rücken zur Wand. Nun müssen Siege folgen.

Peking - Die deutschen Hockey-Herren müssen um die Halbfinalteilnahme bei den Olympischen Spielen in Peking zittern.

Zwei Tage nach dem 1:1 gegen Belgien kam der Weltmeister trotz zweimaliger Führung gegen Asien-Champion Südkorea nicht über ein 3:3 (1:1) hinaus.

Deutschland belegt damit in der Vorrundengruppe A nach drei Spieltagen mit fünf Punkten nur Platz drei hinter dem dreimal siegreichen Topfavoriten Spanien (9) und Neuseeland (6).

Entscheidung noch in eigener Hand

Philipp Witte (17.), Matthias Witthaus (41.), Christopher Zeller (48.) erzielten die Treffer für das deutsche Team, Woon Kon Yeo mit einem Siebenmeter (5.), Jong Hyun Jang (46.) und Jong Ho Seo (52.) waren für Südkorea erfolgreich.

Nächster Gegner für die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise ist am Sonntag Topfavorit Spanien (ab 15.00 LIVE), bevor es am Dienstag zur möglicherweise entscheidenen Partie gegen Neuseeland kommt.

Torwartfehler verusacht Siebenmeter

Durch die Siege von Spanien und Neuseeland zuvor standen beide Teams erheblich unter Druck.

Die Spieler wussten, dass sie sich keinen weiteren Punktverlust leisten konnten, um weiterhin gute Chancen auf das Erreichen des Halbfinals zu haben. Entsprechend nervös begann die Partie.

Nach fünf Minuten dann der Rückschlag für den Weltmeister: Einen hohen Ball konnte Sebastian Biederlack nicht aus der Luft pflücken, Torwart Max Weinhold hatte jedoch ohne erkennbaren Grund sein Gehäuse verlassen und wurde problemlos ausgespielt.

Biederlack versuchte zwar noch zu retten, verhinderte einen sicheren Treffer aber mit dem Körper.

Koreaner konzentrieren sich auf Konter

Auch beim fälligen Siebenmeter war das Glück nicht auf der Seite der Deutschen. Weinhold war mit dem Schläger am Ball, die Kugel prallte dennoch Zentimeter hinter die Torlinie..

Erst nach knapp einer Viertelstunde hatte sich das Team von Bundestrainer Markus Weise von dem Schock erholt und übernahm zunehmend die Initiative.

Die Koreaner zogen sich weit zurück und warteten mit ihren blitzschnellen Stürmern auf Konterchancen.

Witte sorgt für den Ausgleich

Für Jubel sorgte dann Witte mit seinem Ausgleich. Der Hamburger hatte bei seinem ersten Schuss in Torwart Dong Sik Ko eigentlich schon seinen Meister gefunden, der Ball prallte von der Schiene aber wieder genau vor seinen Schläger. Diese zweite Chance ließ sich der Olympia-Debütant nicht entgehen.

Zwei Minuten später hätte Carlos Nevado seine Mannschaft bereits in Führung schießen können, der Hamburger hatte den Keeper schon ausgespielt, schob den hoppelnden Ball aber in Bedrängnis am Ziel vorbei.

Besser machte es Witthaus nach der Pause. Der routinierte Krefelder ließ sich die Chance nicht entgehen, die ihm durch eine erneut unglückliche Abwehr von Ko ermöglicht wurde. Unmittelbar danach tauschte der koreanische Coach seinen Keeper aus.

Unentschieden zu wenig

Der neue Torwart war bei seiner ersten Aktion aber ebenfalls chancenlos, als Florian Keller ihn ausspielte, aus spitzem Winkel aber das Tor nicht traf.

Auch vom zwischenzeitlichen Ausgleich durch Koreas erste Ecke ließ sich die deutsche Mannschaft nicht aus der Ruhe bringen. Fast postwendend sorgte Zeller erneut für die Führung, die allerdings nur vier Minuten hielt. Die deutsche Abwehr griff gegen Seo nicht energisch genug ein.

Für beide Teams war ein Unentschieden schließlich zu wenig, einen Treffer gab es aber trotz guter Chancen nicht mehr.

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