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Lena Schöneborn gewann 2008 in Peking olympisches Gold im Modernen Fünfkampf © getty

Die Olympiasiegerin von 2008 erlebt bei den Spielen in London eine ihrer größten Enttäsuchungen - trotz prominenter Hilfe.

London - Das Daumendrücken von "Glücksbringer" Felix Magath half nicht:

Fünfkämpferin Lena Schöneborn hat vier Jahre nach dem Goldtriumph von Peking ausgerechnet bei den Olympischen Spielen in London einen ihrer bittersten sportlichen Momente erlebt.

Nach einem Tag zum Vergessen kam die 26-Jährige aus Bonn mit 5160 Punkten nur auf Platz 15 und konnte damit die Bilanz der deutschen Olympiamannschaft bei der letzten der 302 Entscheidungen in London nicht verbessern.

Verbesserung auf Rang 15

Schöneborn preschte im Combined-Wettbewerb aus Laufen und Schießen zwar noch von Platz 21 auf Rang 15 vor, ihre zweite Olympiamedaille verpasste sie aber um 45,10 Sekunden. "Wenigstens habe ich mich am Ende noch ein bisschen verbessert", sagte Schöneborn im Ziel: "Jetzt mache ich erstmal Pause."

Die zweite deutsche Starterin Annika Schleu (Berlin) belegte Rang 26 (4884 Punkte). Es gewann Laura Asadauskaite aus Litauen mit 5408 Punkten vor Samantha Murray (Großbritannien/5356) und Yane Marques (Brasilien/5340).

"Lena ist ziemlich aufgelöst"

"Vor vier Jahren hat alles gepasst, jetzt sind wir ziemlich frustriert. Lena ist ziemlich aufgelöst. Es läuft bei ihr heute nichts wie geplant", hatte Bundestrainerin Kim Raisner vor der abschließenden Disziplin gesagt. Ob im Fechten, Schwimmen oder Reiten: Schöneborn erreichte den ganzen Tag über nicht ihre selbstgesteckten Ziele.

Schluchzend und enttäuscht saß die Bonnerin nach dem Reiten im Athletenbereich. Vor allem ihr Auftritt in der "Pferdelotterie" hatte sie sichtlich mitgenommen (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

[kaltura id="0_d03v4q39" class="full_size" title="Deutsche Goldhelden in Feierlaune"]

Bereits am ersten Hindernis hatte ihr Wallach Zidane verweigert, danach folgten zwei Abwürfe und eine hohe Zeitstrafe. Die Hypothek von Platz 21 und 59 Sekunden vor dem Combined waren selbst für Schöneborn zu viel.

Prominentes Lob

Dabei hatte es für sie noch vor wenigen Tagen noch prominentes Lob für Schöneborn gegeben.

"Ich bitte für Sonntag um olympisches Daumendrücken. In London kämpft die großartige Sportlerin Lena Schöneborn um Olympiagold", hatte der Wolfsburger Meistertrainer Magath vor dem Wettkampf auf seiner Facebook-Seite geschrieben.

Seine eigentlich geplante Reise nach London musste er allerdings absagen.

Wer weiß, ob seine Anwesenheit etwas geändert hätte, doch am Sonntag waren es für Schöneborn ein paar Rückschläge zu viel. In der Copper Box im Olympic Park gewann sie beim Fechten nur 19 ihrer 35 Duelle.

Anfeuerung nur kleiner Trost

Bei ihrem Olympiasieg in Peking hatte sie mit einer herausragenden Fechtleistung (28 Siege) noch den Grundstein für ihren großen Triumph gelegt - vier Jahre später gelang ihr das nicht. Auch die Anfeuerung der deutschen Fans war da nur ein kleiner Trost.

Und auch im Schwimmen gelang ihr keine Verbesserung. In 2:19,76 Minuten über die 200 m Freistil blieb die in Berlin wohnende Medaillenkandidatin hinter ihren eigenen Erwartungen zurück.

"Ich habe schon gedacht, dass ich zwei Sekunden schneller schwimmen kann", sagte Schöneborn anschließend etwas ratlos: "Ich werde mich total anstrengen. Aufzugeben wäre fatal." Das tat sie auch nicht, für eine Medaille als Belohnung reichte es dennoch nicht.

Schleu mit schwachem Start

Trost hatte bereits nach wenigen Wettkampfminuten Annika Schleu nötig. Mit 1:10 startete sie in den Wettbewerb und verdrückte bereits zu diesem frühen Zeitpunkt erste Tränen. Nach dem enttäuschenden Fechtergebnis ging es für sie in den anschließenden Wettbewerben nur noch um die Platzierung.

Im Männerwettbewerb am Samstag hatte es nach Platz fünf für Steffen Gebhardt zwar keine Medaille, dafür aber gehörig Aufregung gegeben. Der 31-Jährige hatte nach seinem Wettkampf Bundestrainer Iri Zlatanov offen kritisiert.

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