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Manuel Fumic verbesserte sich gegenüber Peking 2008 um einen Platz © getty

Trotz der Unterstützung der Silber-Gewinnerin verpasst der deutsche Mountainbiker die Medaillen. Ihm fehlt "nur ein Prozent".

London - Sabine Spitz sonnte sich im silbernen Glanz ihrer Medaille und genoss ihren zweiten Platz im olympischen Cross-Country-Rennen in vollen Zügen.

Dagegen fuhr Mountainbiker Manuel Fumic knapp am Podium vorbei - trotz der Unterstützung von Spitz, die am Streckenrand kräftig anfeuerte und die Daumen drückte.

Der siebte Rang für Fumic beim Olympiasieg des Tschechen Jaroslav Kulhavy war aber ein Achtungserfolg (SERVICE: Der Medaillenspiegel).

Älteste Teilnehmerin des Feldes

Spitz hatte am Vortag nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren Medaillensatz komplettiert. Mit 40 Jahren, 228 Tagen hatte sie als älteste Teilnehmerin des Feldes auf der Hadleigh Farm in Essex lediglich gegen die Französin Julie Bresset das Nachsehen, die in 1:30:52 Stunden etwas mehr als eine Minute schneller war.

"Es ist ein geniales Gefühl. Ich habe gezeigt, dass man mit 40 noch etwas taugen kann. Wenn der Wille da ist, spielt das Alter keine Rolle", sagte Spitz. Mit drei olympischen Medaillen stieg sie zur erfolgreichsten Mountainbikerin auf und durfte dies "entsprechend feiern".

Ins Wasser stattt über Stock und Stein

Und obwohl die Beziehung zwischen Olympia und Spitz wunderbar funktioniert, wird es mit ziemlicher Sicherheit kein nächstes Mal geben. 2016 in Rio will Spitz bestenfalls noch am Rande dabei sein. "Rio? Oh Gott. Vielleicht als Trainerin oder Funktionärin. An der Copacabana lässt es sich ganz gut baden", sagte sie.

Lange hatte es gar so ausgesehen, als könne Spitz über sechs Runden (insgesamt 29,26 km) um den Sieg mitkämpfen. In einer der steinigen Sektionen des technisch kniffligen Kurses stieg sie jedoch über den Vorderlenker ab, der Kontakt zur 23-jährigen Französin ging eingangs der vierten Runde verloren.

"Gott sei Dank ist nichts passiert, es hätte schlimmer ausgehen können", sagte Spitz ( 598333 DIASHOW: Die Bilder des Tages ).

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Amerikanerin auf Distanz

Sie ließ nicht entmutigen und hielt nahe der Themse-Mündung Georgia Gould auf Distanz - die Amerikanerin wurde Dritte. "Du bist so voll mit Adrenalin, da machst du einfach weiter", sagte sie.

Spitz stieß ein lautes "Jaaaaa!" in den Himmel, als sie Silber dann um den Hals hängen hatte. Die zweite deutsche Starterin, Adelheid Morath aus Titisee-Neustadt, kam auf Rang 16.

Fumic, dessen größter Erfolg bislang der Weltmeistertitel in der U23-Klasse gewesen war, hatte die sieben Runden (insgesamt 34,08 km) als aussichtsreicher Außenseiter angetreten. Ähnlich wie Spitz schob sich der 30-Jährige aus Kirchheim/Teck durch einen vorzüglichen Start gleich in eine Spitzenposition.

Fumic abgehängt

Doch Fumic war im Gegensatz zu Spitz nicht imstande, das Tempo von Weltmeister Kulhavy und dessen Verfolgern zu halten. Schon in der zweiten Runde hängten ihn die Top-Fahrer ab.

"Wenn nur ein Prozent fehlt, ist man nicht mehr Spitze. Das ist mir passiert", sagte Fumic. Immerhin steigerte er sich gegenüber 2004 in Athen, als er Achter geworden war.

Deutlich schlechter lief es für Moritz Milatz. Der wie Fumic ebenfalls 30 Jahre alte Europameister aus Freiburg war bereits zu Beginn des Rennens weit zurückgefallen und danach chancenlos.

Förstemann nicht am Start

Der als Mountainbiker nominierte Bahnsprinter Robert Förstemann stand wie erwartet nicht an der Startlinie. Der BDR hatte den Geraer aufgrund eines Schlupflochs im Reglement berufen können. Mit Bronze im Teamsprint hatte Förstemann das Vertrauen zurückgezahlt.

Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gingen die Olympischen Spiele mit einer ansehnlichen Bilanz zu Ende.

Letztmalig waren deutsche Radfahrer 2000 in Sydney erfolgreicher. Angesichts dreier vierter Plätze wären in London auch noch mehr als einmal Gold und fünf weitere Medaillen möglich gewesen.

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