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Lena Schöneborn gewann in Peking 2008 Gold im Modernen Fünfkampf © getty

Nach der Enttäuschung im Fünfkampf bekommt Lena Schöneborn Trost von einem prominenten Freund. Die Schuld nimmt sie auf sich.

London - Der erste Trost für Fünfkämpferin Lena Schöneborn kam von einem prominenten Fan.

"Es ist sehr schade für Lena, aber wahre Champions wachsen in der Niederlage", sagte Felix Magath.

Der Wolfsburger Bundesligatrainer hatte zuvor noch zum kollektiven Daumendrücken aufgerufen, doch auch das half der Goldmedaillengewinnerin von Peking am Sonntagabend nicht.

Nach dem Triumph von Peking erlebte die 26-Jährige aus Bonn eine ihrer bittersten Stunde in ihrer Karriere (Bericht).

"Meine Schuld, nicht die des Pferdes"

Doch nach dem ersten Schock zeigte sie wahre Größe. "Das war meine Schuld, nicht die des Pferdes", sagte Schöneborn zu ihrem Ritt, der ihr auch die letzten Illusionen auf die zweite Olympiamedaille genommen hatte. ( 598710 DIASHOW: Die Bilder des Tages )

Eine Verweigerung ihres Wallachs, zwei Abwürfe, insgesamt 148 Fehlerpunkte: Der Höhepunkt ihres Tags zum Vergessen war erreicht.

"Das hat zum ganzen Tag gepasst. Es war nicht das, was sie wollte", sagte Bundestrainerin Kim Raisner: "Vor vier Jahren hat alles gepasst, heute sind wir frustriert. Man macht und macht und dann kommt so etwas dabei raus."

Großer Druck für "Gold-Lena"

Vielleicht war auch einfach der Druck auf die Vorzeigefrau des Modernen Fünfkampf zu groß. Aus der unbekannten Athletin Lena Schöneborn war durch ihren Überraschungserfolg "Gold-Lena", das Gesicht einer Sportart, geworden. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Schöneborn trat sogar in mehreren Werbespots auf, darunter mit Fußball-Trainer Felix Magath. Mit dem ist sie seitdem befreundet.

"Es war schon sehr viel Druck" sagte Schöneborn. Raisner drückte es drastischer aus. "Sie hatte schon einmal die Gedanken: Im Endeffekt kann sie nur verlieren, außer sie holt Gold", sagte Raisner: "Sie wird eben daran gemessen, was vor vier Jahren war."

Jetzt erst recht in Rio

Doch nach den ersten Tränen nach dem Reiten, gab sich Schöneborn auch kämpferisch. "Der Plan ist, bis Rio 2016 weiterzumachen", betonte sie: "Ich hab mir den Hintern abtrainiert, und ich weiß nicht, woran es lag. So kann ich nicht aufhören. Jetzt erst recht."

Ganz nach dem Motto ihres prominenten Fürsprechers.

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