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Jan-Peter und Hannes Peckolt starten von Platz fünf ins Finale © getty

Die Peckolt-Brüder haben die Medaillenränge im Visier. Ein Brite äußert scharfe Kritik an den Bedingungen für die Segler.

Qingdao - Mit reichlich Kohldampf gehen Jan-Peter und Hannes Peckolt in ihr Medaillenrennen am Sonntag und wollen auf dem Revier vor Qingdao das erste olympische Edelmetall für den Deutschen Segler-Verband (DSV) seit acht Jahren einfahren.

"Wir haben Hunger auf eine Medaille", sagt der Hamburger 49er-Steuermann Jan-Peter Peckolt: "Das wird wegen der Bedingungen zwar ein Glücksspiel, aber wir haben die Chance, aus unserem fünften Platz mehr zu machen. Das ist genial."

Nach den Rängen fünf, vier und sieben in den Einzelrennen am Samstag liegen die EM-Zweiten von 2007 nur einen Punkt hinter dem Bronzerang.

Auch Silber ist nur vier Zähler entfernt. "Wer einen raushaut, der ist vorne. Zwischen den Plätzen zwei und sieben ist alles drin. Wir sind stolz, dass wir vorn mit dabei sind, und werden den Tag einfach genießen", sagt Vorschoter Hannes Peckolt.

Als Belohnung Pizza

Als Belohnung winkt nach Regattaabschluss wahrscheinlich erstmal die langersehnte Pizza. Die Zeit der Entbehrungen ist dann vorbei.

Zusammen haben die beiden vor den Sommerspielen gut zehn Kilogramm abgenommen, um sich den Bedingungen vor Ort anzupassen.

"Sonntagabend werden wir uns daher auf jeden Fall etwas gönnen", meint Hannes Peckolt: "Schon jetzt können wir mit unseren bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden sein."

Erster deutscher Sieg im Einzelrennen

Gut lief es am achten Wettfahrttag auch für die Starboot-Crew Marc Pickel/Ingo Borkowski, die den ersten deutschen Sieg in einem Einzelrennen einfuhr.

Allerdings leistete sich das Duo zuvor einen 14. Rang, so dass im Gesamtranking nach drei Wettfahrten vorerst der vierte Platz steht.

"Wir sind sehr zufrieden und haben uns von dem ersten Ergebnis am Samstag nicht verrückt machen lassen. Da hatten wir einfach Pech mit den Bedingungen. Danach sind wir dann aber gleich zurückgekommen", sagt Steuermann Pickel: "Das war schon ein sehr gutes Gefühl."

Ohne Chance auf Edelmetall

Die zweimaligen 470er-Europameisterinnen Steffi Rothweiler/Vivien Kussatz gehen derweil nach einem achten und einem zwölften Rang am Samstag als Zehnte in ihr Medaillenrennen am Montag. Eine Chance auf Edelmetall hat das Duo allerdings nicht mehr.

Johannes Polgar/Florian Spalteholz blieben im Tornado mit dem nun zwölften Platz im Gesamtklassement weiter hinter den eigenen Erwartungen zurück. Petra Niemann ist im Laser Radial gar nur 23.

Entscheidungen verschoben

Die für Samstag angesetzten ersten Entscheidungen in der Fushan-Bucht wurden aufgrund schwacher Winde um 24 Stunden verschoben.

So kommt es am Sonntag neben dem ohnehin vorgesehenen Medaillenrennen im 49er auch zu den abschließenden Wettfahrten im Finn-Dinghy und Yngling.

Dort haben die neuntplatzierte Ulrike Schümann (Berlin) und ihre Crew kaum noch realistische Chancen auf einen Podiumsplatz.

"Es ist nervtötend"

Der im Finn-Dinghy führende Brite Ben Aislie kritisierte die Wahl des Austragungsortes Qingdao nach der Verschiebung seines Rennens scharf.

"Es ist wirklich nervtötend. Das ist nicht der Fehler unseres Sports oder der Segler. Das Problem ist, dass man uns an diesen Ort geschickt hat, wo kein Wind herrscht", schimpfte der 31-Jährige, der in China das dritte olympische Gold seiner Karriere gewinnen will.

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