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Da jubelt der deutsche Torschütze Marco Stamm, der Sohn des Bundestrainers © imago

Für die deutschen Wasserballer ist nach dem Sieg über Favorit Italien der Einzug in die K.o.-Runde in greifbare Nähe gerückt.

Peking - Die deutschen Wasserballer dürfen von der ersten olympischen Medaille seit 1984 träumen.

Nach dem 8:7 (2:1, 3:1, 0: 2, 3:3)-Zittersieg gegen Angstgegner Italien steht die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm vor einem Gruppen-Endspiel gegen die USA um den Einzug in die K.o.-Runde.

"Wir haben unsere Aufenthaltserlaubnis im Olympischen Dorf um zwei Tage verlängert. Jetzt ist alles möglich, wir haben alles selbst in der Hand", sagte der Coach.

Ein Sieg gegen das US-Team, und der so wichtige dritte Platz in Gruppe B wäre gesichert.

"Unser großes Ziel"

Die Chancen auf das Weiterkommen sieht Stamm bei 50:50: "Wir sind auf Augenhöhe mit den Amerikanern. Wir spielen um den Einzug in die Medaillenrunde. Das war unser großes Ziel."

Die beste Mannschaft jeder Gruppe qualifiziert sich direkt für das Halbfinale.

Die Zweit- und Drittplatzierten spielen überkreuz jeweils zwei weitere Halbfinalisten aus. Deutschland liegt mit 4:4 Punkten auf Platz vier direkt hinter den USA.

Optimistische Wasserballer

Der Optimismus ist groß, nachdem sich die Mannschaft gegen die Italiener im Vergleich zur Kroatien-Pleite (5:13) deutlich gesteigert hatte und erstmals bei Olympischen Spielen gegen die Squadra Azzurra gewann.

"Das war unser bestes Spiel. Wir haben taktisch alles erfüllt, was uns der Trainer vorgegeben hat", sagte der zweifache Torschütze Thomas Schertwitis.

Den Torwart konservieren

Matchwinner war wieder einmal der überragende Schlussmann Alexander Tchigir, der mit tollen Paraden und einem gehaltenen Viermeter den Sieg festhielt.

"Wenn wir Alexander konservieren könnten und er noch acht Jahre weiterspielen würde, wäre uns sehr geholfen", lobte Stamm den 39 Jahre alten Routinier, und Schertwitis ergänzte: "Das Tor war bei ihm wieder einmal vernagelt."

Luft ist raus

Ein überragender Tchigir war auch dringend notwendig, denn am Ende ging der deutschen Mannschaft nach einer 8:5-Führung die Luft aus.

"Das war unnötig. Wir hatten viele leichtfertige Ballverluste. Wir können noch besser spielen", monierte Stamm.

Tore aufgehoben

Gegen Italien hatte auch für Tobias Kreuzmann das lange Warten auf den ersten Turniertreffer ein Ende. Der 27-Jährige trug sich ebenso wie Florian Naroska, Moritz Oeler, Marko Savic, Andreas Schlotterbeck und Marko Stamm in die Schützenliste ein.

Einzig Heiko Nossek hat noch Ladehemmung. "Er hat sich alle Tore für das Spiel gegen die USA aufgehoben", so Stamm.

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