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Benjamin Kleibrink sorgt für das erste deutsche Fecht-Gold © getty

Der Medaillen-Traum der deutschen Florett-Damen platzt zum Abschluss. Doch die Olympia-Bilanz der Fechter ist gut.

Peking - Auch die Unterstützung der beiden frisch gebackenen Fecht-Olympiasieger Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink nutzte nichts.

Der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) konnte die Medaillenausbeute von zweimal Gold im letzten Wettbewerb mit deutscher Beteiligung nicht mehr aufbessern, belegte mit dem Team der Florett-Frauen Platz fünf, zog aber dennoch eine positive Bilanz.

"Das ist ein bisschen ärgerlich, aber das Signal von Peking ist trotzdem eindeutig positiv: Die deutschen Fechter können wieder gewinnen. Wir sind mit zweimal Gold wieder da, wo wir vor Jahren einmal waren", sagte DFeB-Sportdirektor Claus Janka.

Gold im Doppelpack hatte es im Einzel bislang nur einmal gegeben: Durch Anja Fichtel und Arnd Schmitt 1988 in Seoul.

Den Rücken frei

Durch Heidemanns und Kleibrinks Triumphe habe man nun den Rücken frei, um das neue Ziel Olympia 2012 anzugehen.

"Zweimal Gold ist der Gegenbeweis zu der These, die Fechter können nichts gewinnen. Wir haben jetzt zwei Knaller, mit denen wir Werbung machen können", sagte Janka, der davon ausgeht, dass die Erfolge von Peking mobilisieren werden.

"Der immaterielle Wert der beiden Goldmedaillen ist, dass die Glaubwürdigkeit gestärkt wird. Das wird Türen öffnen."

Berlin als zusätzlicher Stützpunkt

Verstärkt soll nun wieder in die Breite investiert werden, um den Nachwuchs zu fördern.

Ab dem 1. Januar wird Berlin als insgesamt dritter Bundesstützpunkt nach Tauberbischofsheim und Bonn errichtet, die Neustrukturierung des Trainerstabes war zuvor bereits eingeleitet worden.

Enttäuschungen gab es dennoch: Der dreimalige Florett-Weltmeister Peter Joppich aus Koblenz blieb ebenso wie der Weltranglisten-Erste im Säbel-Fechten, Nicolas Limbach aus Dormagen, und Heidemanns Kollegin Imke Duplitzer (Bonn) ohne Medaille.

"Haben uns zwei Medaillen vorgenommen"

Durch die 31:35-Niederlage im Viertelfinale gegen Ungarn am Samstag galt das auch für Tauberbischofsheimer Trio und Florett-Team Carolin Golubytskyi, Katja Wächter und Anja Schache.

"Wir haben uns zwei Medaillen vorgenommen und auf einmal Gold gehofft. Umso besser, dass es zweimal Gold geworden ist", meinte Janka.

Enttäuschend war der verpasste Außenseiter-Coup dennoch. "Das ist scheiße. Da darf man gar nicht weiter drüber nachdenken", sagte die 31 Jahre alte Schache angesichts der überraschenden Niederlage der Polinnen gegen die USA, auf die das DFeB-Team im Halbfinale getroffen wäre.

Florett-Frauen hinter den Erwartungen

Das Tor zur großen Bühne Finale stand weit offen, es reichte mit dem 34:28 gegen Gastgeber China im Gefecht um Platz fünf für das Team von Bundestrainer Sergej Golubytskyi aber nur für den Hinterausgang.

Wie es mit dem Ehemann und Coach von Carolin Golubytskyi beim DFeB weitergeht, wird nun Ende September entschieden. Der im Herbst auf eigenen Wunsch scheidende Sportdirektor Janka wird sich zuvor mit seinem designierten Nachfolger, Degen-Bundestrainer Manfred Kaspar, und den Fachbereichsleitern beraten.

Das Abschneiden der Florett-Frauen ist trotz Wächters erstaunlichem achten Platz im Einzel insgesamt nicht zufriedenstellend.

Frauen-Knatsch

Schon im Vorfeld von Olympia hatte es bei den Florett-Frauen Knatsch gegeben. Dass der dreimalige Weltmeister Golubytskyi und nicht Wächters und Schaches Heimtrainer Ingo Weißenborn das Team in Peking betreute, stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung.

Vor allem Schache war davon nicht begeistert, wollte nach ihren beiden missglückten Olympia-Auftritten aber nicht nachkarten. Gerüchte, wonach sie nach den Spielen aufhören werde, wies sie entschieden zurück. Ihren Vertrag als Sportsoldatin der Bundeswehr hat sie bis 2010 verlängert.

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