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Timo Boll war schon einmal Weltranglistenerster © getty

Geschafft: Deutschlands Tischtennis-Männer setzen sich im Halbfinale gegen Japan durch. Eine Medaille ist sicher, mehr ist möglich.

Von Wolfgang Kleine

Peking - Geschafft. Finale!

Die deutschen Tischtennis-Spieler feiern den größten Erfolg ihrer Geschichte.

Timo Boll gewann das entscheidende Match im Halbfinale gegen Siya Kishikawa mit 3:2 Sätzen und machte damit einen 3:2-Triumph über Japan perfekt.

Nach der Verwandlung des ersten Matchballs brachen an der Platte alle Dämme. Trainer Richard Prause sowie die Teamkollegen Dimitri Ovtcharov und Christian Süß fielen über den deutschen Suoerstar her und gratulierten. Die Spieler wälzten sich auf dem Boden.

Jetzt treffen die Deutschen auf Top-Favorit China, das Südkorea in der Neuauflage des WM-Endspiels mit 3:0 besiegte.

Starker Beginn von Ovtcharov

Das eigene Halbfinal-Match begann vor den begeisterten deutschen Fans - unter ihnen auch der ehemalige DTTB-Präsident Hans-Wilhelm Gäb - mit einem Erfolg für Ovtcharov.

Der junge Deutsche besiegte Kan Yo mit 3:2 nach Sätzen.

Boll zog als zweiter Einzelspieler nach und sicherte sich einen klaren 3:1-Erfolg über den Japaner Jun Mizutani. Die DTTB-Truppe war klar auf Finalkurs.

Doch dann riss der Faden.

Das deutsche Doppel Christian Süß/Ovtcharov verlor trotz des Gewinns des ersten Satzes gegen Seiya Kishikawa/Mizutani mit 1:3.

Süß vergibt große Chancen

Danach hatte Süß die große Chance, schon gegen Kan Yo den Sack zuzumachen. Nach einer 2:0-Führung in Sätzen verlor er dann aber die Linie und kassierte noch eine 2:3-Niederlage.

Dann kam Boll. Aber auch er spielte in der wichtigisten "Partie meiner Karriere" den Hitchcock. Zweimal ging er in Sätzen in Führung, zweimal kassierte er den Ausgleich.

Vor allem im 4. Satz brachte er den Japaner Kishikawa nach einer 5:2-Führung wieder durch Unkonzentriertheiten ins Spiel. Doch im alles entscheidenden 5. und letzten Satz zeigte Boll dann seine Klasse.

Er gewann die langen Ballwechsel und nötigte seinen Gegner immer wieder zu Fehlern.

"Das war ein richtiger Krimi"

Boll: "Ich kann das alles noch nicht so richtig glauben. Es war ein Krimi, es war für mich der bisher wichtigste Sieg meiner Karriere."

Kollege Christian Süß, der zweimal den Kürzeren zog, meinte scherzend: "Ich hätte Timo das auch nicht mehr verziehen, wenn er das Match nicht nach Hause gebracht hätte. Jetzt wollen wir mal sehen, was noch drin ist."

Silber hat das Trio, das hier bei diesem olympischen Turnier auch die chinesischen Fans begeistert, jetzt erst einmal sicher.

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