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Eine Hundertstelsekunde fehlte dem Duo Thiele/Huth im Ziel © getty

Beim olympischen Ruder-Wettbewerb wäre dem deutschen Doppelzweier mit Annekatrin Thiele und Christiane Huth beinahe die absolute Sensation geglückt.

Peking - Noch Minuten nach dem Rennen hockten die deutschen Ruderinnen Annekatrin Thiele und Christiane Huth völlig erschöpft im Boot und wussten nicht, ob ihr Goldtraum in Erfüllung gegangen war.

Viel zu knapp war das Duell mit Georgina und Caroline Evers-Swindell aus Neuseeland ausgegangen, ein Sieger war mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Das Zielfoto musste entscheiden, und da fehlte dem Duo aus Leipzig und Potsdam nach 2000 Metern Schwerstarbeit gerade mal eine Hundertstelsekunde zum Olympiasieg im Doppelzweier - das entspricht umgerechnet der Winzigkeit von 4, 68 Zentimetern.

"Etwas ärgerlich"

"Natürlich ist es etwas ärgerlich, wenn man Gold so knapp verpasst. Aber die Freude über Silber überwiegt", sagte die ehemalige WM-Dritte Huth.

Die Rivalinnen aus Neuseeland wiederholten damit vier Jahre nach Athen ihren Olympiasieg.

Die Medaillenhoffnung der Europameisterinnen Lenka Wech/Maren Derlien (Saarbrücken/Hamburg) im Zweier ohne Steuerfrau erfüllten sich unterdessen nicht.

Das Duo landete beim Sieg der Rumäninnen Georgeta Andrunache/Viorica Susanu nur auf Platz vier.

Lehmann/ Drahotta gute Vierte

Der Doppelstart im Achter und im Zweier wäre aber nicht entscheidend gewesen, meinten beide Ruderinnen, denen im Schlussspurt im Kampf um Bronze aber die Körner ausgingen.

Zudem verzeichnete der Deutsche Ruderverband (DRV) bei vier Teilnahmen an den sieben Finals einen guten vierten Platz der Youngster Tom Lehmann/Felix Drahotta (beide Rostock) im Zweier ohne Steuermann und Rang sechs für den Vierer ohne Steuermann, der aber gleich drei Ruderer nach Krankheitsfällen ersetzen musste.

Achter wieder katastrophal

Trotz der Silbermedaille für Huth/Thiele droht den deutschen Ruderern das schlechteste Abschneiden seit 52 Jahren, als es 1956 bei den Sommerspielen in Melbourne keine Goldmedaille gab.

Da passte es ins Bild, dass der Deutschland-Achter, der im Hoffnungslauf Schiffbruch erlitten hatte und Letzter wurde, auch das B-Finale gegen den einzigen Gegner China verlor.

Drei Boote am Sonntag dabei

Am zweiten Finaltag am Sonntag ist der DRV mit drei Booten in den sieben Endläufen vertreten.

Dabei greift Galionsfigur Kathrin Boron (Potsdam) nach ihrem fünften Olympiagold. Die 38-Jährige sitzt im Doppelvierer.

Medaillenchancen werden den WM-Dritten Berit Carow/Marie-Louise Dräger (Hamburg/Rostock) im Leichtgewichts-Doppelzweier eingeräumt, während der Männer-Doppelvierer im Kampf um die Podestplätze als Außenseiter gilt.

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