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Johannes Bitter spielt für den HSV in der Bundesliga © imago

Deutschlands Handball-Weltmeister geben in der Schlussphase eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand. Jetzt wird es eng.

Von Michael Schwartz

Peking/München - Deutschlands Handballer stehen vor einem Endspiel im Kampf um den Viertelfinaleinzug.

Das Team von Bundestrainer Heiner Brand gab am Samstag in der Schlussphase eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand und kam in der Neuauflage des Halbfinals von Athen 2004 nicht über ein 24:24 (10:11) hinaus.

Mit 5:3 Punkten zittern die Weltmeister um den Einzug in die K.o.-Runde. Bereits weiter ist Südkorea (6:2), das 24:22 gegen Ägypten gewann.

Russland (3:5) bangt ebenso wie Island (4:2) und Dänemark (3:3).

Letzter Gegner ist am Montag Europameister Dänemark. In der Neuauflage des EM-Halbfinals von Norwegen reicht dem DHB-Team schon ein Punkt, um in die Runde der letzten Acht vorzustoßen.

Neben Michael Kraus (sechs Treffer) überzeugten vor allem Florian Kehrmann und Torhüter Johannes Bitter gegen den Rekord-Olympiasieger.

Führung wechselt

Die deutsche Mannschaft hatte mit einem guten Bitter zwischen den Pfosten einen optimalen Start erwischt. Der Hamburger Torsten Jansen warf das 4:1 heraus (6.).

Es sollte die höchste Führung der DHB-Auswahl in der ersten Halbzeit sein, denn in der Folge häufte sich wieder die Zahl der Unkonzentriertheiten.

Der Rekord-Olympiasieger, den die deutsche Mannschaft in der Vorbereitung noch zweimal dominiert hatte, glich zum 4:4 und später durch Eduard Kokscharow zum 7:7 (21.) aus.

Nach 27 Minuten ging der Olympia-Dritte von 2004 gar 10:9 in Führung. Die Partie war gekippt.

Russen geben Führung aus der Hand

Und die Russen setzten nach, bereiteten dem Weltmeister mit ihrer 5:1-Deckung Probleme. Alexej Rastwortsew traf aus dem Rückraum zum 15:12 (35.).

Der Druck nahm zu. Über Einzelaktionen kam die deutsche Mannschaft zurück ins Spiel.

Florian Kehrmann traf per Gegenstoß erst zum 15:15 (39.) und dann mit einem Dreher zum 16:15.

Unentschieden nach 50 Minuten

"Wir sind noch nicht über den Berg", hatte der Lemgoer vor der Partie bei Sport1.de gesagt. Das galt auch für die Partie in dieser Phase.

Filipow, der nach einer Bänderdehnung im linken Fuß aufs Feld zurückgekehrt war, glich zum 16:16 aus (43.).

19:19 stand es nach 50 Minuten, ehe Michael Kraus und Dominik Klein eine Zwei-Tore-Führung für die DHB-Auswahl herauswarfen.

Doch die hielt nicht lange.

Dramatische Schlussphase

Filipow gelang erneut das Remis (23:23, 58.). Kehrmann behielt jedoch die Nerven und nutzte die Chance zur abermaligen Führung (59.).

Was für eine Dramatik. Russland antwortete mit dem 24:24. Auszeit Heiner Brand, noch 26 Sekunden.

Wer würde die Verantwortung übernehmen? Glandorf war es, er verwarf jedoch.

Nun wird es eng.

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