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Nadal schlägt im Halbfinale von Peking den Weltranglisten-Dritten Djokovic © getty

Die Nummer eins der Welt, Rafael Nadal, steht kurz davor seine Ausnahme-Stellung im Tennis mit Olympia-Gold zu krönen.

Peking - Rafael Nadal kann seine Thronbesteigung als neuer Tenniskönig vergolden.

Der Spanier spielt am Sonntag (10.00 Uhr MESZ, LIVE) gegen den Chilenen Fernando Gonzalez um den Olympiasieg in Peking.

Einen Tag bevor er den Schweizer Roger Federer als Nummer eins der Weltrangliste ablöst, könnte der 22-jährige Nadal seine derzeitige Ausnahmestellung nicht plakativer dokumentieren als mit olympischem Gold.

"Ich habe jetzt schon auf jeden Fall eine Medaille, darauf bin ich sehr stolz", erklärte der Mallorquiner.

"Es ist die Krönung einer unglaublichen Saison für mich. Die Medaille ist deshalb so wichtig für mich", so Nadal weiter.

Nadal "überspielt"

Nach den Grand-Slam-Siegen in Paris und Wimbledon und der Übernahme der Nummer eins wäre Gold der ultimative Triumph.

"Ich habe nie damit gerechnet, so weit zu kommen", sagte er, "ich war etwas überspielt, als ich kam, die Schulter schmerzte, aber es wurde mit jedem Tag besser."

Nadal kann Saison krönen

Nadal kann nun bei seiner ersten Olympiateilnahme sofort erreichen, was seinem Vorgänger Federer auch im dritten Anlauf nicht vergönnt war: Den heißersehnten Olympiasieg.

Immerhin hatte der Schweizer am Samstagabend an der Seite seines Landsmanns Stanislas Wawrinka die Chance, gegen die Schweden Simon Aspelin/Thomas Johansson Olympiasieger im Doppel zu werden.

Der Traum eines kleinen Jungen

Nadal hat nie einen Zweifel daran gelassen, wie wichtig die Olympischen Spiele für ihn sind.

Schon vor Monaten hatte er von seinen Kindheitserinnerungen geschwärmt, Fernsehübertragungen von Olympia, der Traum, als Sportler dort dabeizusein.

"Natürlich sind die Grand-Slam-Turniere im Tennis wichtiger", sagt er, "aber danach kommen für mich die Olympischen Spiele."

Finale kein Selbstläufer

Nadal, der im Halbfinale den Weltranglisten-Dritten Novak Djokovic geschlagen hatte, geht allerdings davon aus, dass das Endspiel gegen den Weltranglisten-15. aus Chile kein Selbstgänger wird.

Gonzalez ist der "Mister Olympia" unter den Tennisprofis. Nach Bronze im Einzel 2004 und dem Doppelgold von Athen hat der 28-Jährige seine dritte Medaille sicher, kein Tennisspieler hat seit der Wiederaufnahme der Sportart ins Programm 1988 mehr gewonnen.

Gonzalez ist heiß

Und Gonzalez hat gegen Nadal eine ausgezeichnete Bilanz. Insgesamt steht es 3:3, allerdings hat der Südamerikaner die beiden bisherigen Treffen auf Hartplatz für sich entschieden.

Gonzalez ist heiß, im Halbfinale gegen Federer-Bezwinger James Blake wehrte er drei Matchbälle ab.

"Ich bin jetzt schon unglaublich glücklich", sagt der Chilene, der bei der Eröffnungsfeier die Fahne seines Landes in einer folkloristischen Cowboykleidung ins Stadion trug: "das Schlimmste, was mir passieren kann, ist, dass mein Medaillensatz vollständig wird."

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