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Ringer Ara Abrahamian beschimpft das Kampfgericht © imago

Der Schwede Ara Abrahamian wird hart bestraft und muss seine Bronzemedaille abgeben. Die Ruderer werden weiter dezimiert. Splitter:

Peking - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat mit einer drakonischen Strafe auf den Protest von Ringer Ara Abrahamian reagiert, der bei der Siegerehrung am Donnerstag seine zuvor gewonnene Bronzemedaille auf die Matte geworfen hatte.

Die IOC-Disziplinarkommission unter dem deutschen Vorsitzenden Thomas Bach disqualifizierte den Schweden, schloss ihn am Samstag von den Spielen aus und erkannte das in der Klasse bis 84 kg im griechisch-römischen Stil erkämpfte Edelmetall wieder ab.

Damit ist der Türke Nazmi Avluca einziger Dritter in dieser Disziplin. Zuvor waren zwei Bronzemedaillen vergeben worden.

"Diese Medaille bedeutet mir nichts, ich wollte hier Gold holen", hatte Abrahamian geschimpft, der in der Vorschlussrunde gegen den späteren Olympiasieger Andrea Minguzzi aus Italien umstritten verloren hatte.

Die weiteren Olympia-Splitter:

Volleyball-Coach kehrt zum Team zurück

US-Volleyball-Trainer Hugh McCutcheon ist eine Woche nach dem Mord an seinem Schwiegervater zu seinem Olympia-Team zurückgekehrt. Todd Bachmann war am vergangenen Samstag in der Innenstadt von Peking erstochen worden, seine Ehefrau erlitt lebensgefährliche Verletzungen. An ihrem Krankenbett hatte McCutcheon zuletzt gewacht.

Da sie nun in die USA zurückgeflogen wurde, will der Coach bis zum Ausscheiden seines Teams wieder auf der Bank sitzen. Das könnte noch lange dauern, denn die Amerikaner sind derzeit noch ungeschlagen und bereits für das Viertelfinale qualifiziert. Am Samstag gab es einen 3:0-Erfolg gegen Gastgeber China.

Der Neuseeländer McCutcheon bedankte sich zudem für die Anteilnahme aus aller Welt: "Wir sind sehr glücklich über die Unterstützung der Menschen hier in Peking, den USA, Neuseeland und der ganzen Welt."

Weitere Krankheitsfälle

Die Krankheitsfälle beim Deutschen Ruderverband (DRV) reißen nicht ab. Vor dem Finale im Vierer ohne Steuermann musste Marco Neumann (Magdeburg) seine Teilnahme wegen einer Tröpfchen-Infektion absagen. Aus dem gleichen Grund fehlen schon Filip Adamski (Mannheim) und Toni Seifert (Leverkusen) in dem Vize-Weltmeisterboot von 2006.

Mit Jochen Urban (Krefeld) wurde einer der Ruderer im Vierer eingesetzt, der mit dem Deutschland-Achter im Hoffnungslauf als Letzter gescheitert war. Für Urban wird Jörg Lehnigk (Ratzeburg) das B-Finale des Achters gegen China bestreiten.

Ben Johnson will 23,5 Millionen Euro

Ex-Sprinter Ben Johnson will seinen ehemaligen Anwalt wegen Untreue auf Schadenersatz in Höhe von umgerechnet 23,5 Millionen Euro verklagen. Das berichtet die Tageszeitung "Toronto Star".

Der 46 Jahre alte Johnson, der nach seinem Sieg im 100-m-Finale bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul des Dopings überführt worden war, wirft Ed Furterman vor, unerlaubte Zahlungen aus seiner Stiftung vorgenommen zu haben. Zudem soll der Anwalt Geld des kanadischen Ex-Sprinters an einen Friseur überwiesen haben, den er als Manager Johnsons deklariert hatte.

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