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Seit 2006 in seiner zweiten Amtszeit als IOC-Vizepräsident: Thomas Bach © getty

In Vancouver und Sotschi brennt der Baum, aber die deutsche Stadt kann sich beruhigt bewerben - meint DOSB-Präsident Thomas Bach.

München - Sorgen in Vancouver und Sotschi, große Zuversicht in München.

Während die Gastgeber der nächsten beiden Olympischen Winterspiele in Kanada 2010 und Russland 2014 mit explodierenden Kosten und den Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu kämpfen haben, sieht DOSB-Präsident Thomas Bach keine finanziellen Risiken für München als Bewerber um die Spiele 2018.

Diese seien "natürlich finanzierbar", sagte der IOC-Vize beim alpinen Rennen in Garmisch-Partenkirchen.

Infrastruktur vorhanden

"Die Organisation der Spiele wirft sogar Gewinn ab", sagte Bach weiter. Was Kosten verursache, sei die Infrastruktur. Aber da sei ja das meiste schon vorhanden.

"Wir haben den Olympiapark in München, die alpinen Anlagen und die Schanzen in Garmisch. Die Bewerbung wird nachhaltig sein, die Kosten sind nicht vergleichbar mit denen in Sotschi, wo ein Wintersportzentrum von null aufgebaut werden muss."

Unterdessen erhöhte das Olympia-Organisationskomitee im kanadischen Vancouver (VANOC) gerade sein Budget um 90 Millionen auf insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Darin enthalten ist eine Notreserve von 48 Millionen Euro, um den Herausforderungen der weltweiten Finanzkrise zu begegnen.

Kostenexplosion in Vancouver

Die Kanadier planen trotz finanzieller Probleme weiterhin mit einem ausgeglichenen Olympia-Haushalt.

"Wir wollen spektakuläre Spiele innerhalb unserer finanziellen Ressourcen bieten. Das ausbalancierte Budget mit einer Reserve bringt uns in die Position, der Welt grandiose Spiele zu liefern", sagte VANOC-Chef John Furlong.

In der vergangenen Woche hatte es bereits die Nachricht gegeben, dass das Sicherheitsbudget für die Winterspiele offenbar weit mehr als das Fünffache der ursprünglich kalkulierten Summe übersteigen wird.

Änderung der Stadt-Charta

Wie die kanadische Tageszeitung "The Globe and Mail" berichtete, liegen die erwarteten Ausgaben etwa ein Jahr vor der Veranstaltung bei 629 Millionen Euro, während 2003 nur mit 110 Millionen Euro kalkuliert worden war.

Zuvor hatte das Parlament der kanadischen Provinz British Columbia in einer rund 20-stündigen Sitzung eine Änderung der Stadt-Charta Vancouvers beschlossen, um eine Kreditaufnahme in Höhe von 485 Millionen Euro zu ermöglichen und somit die Fortsetzung der Bauarbeiten im Olympischen Dorf zu gewährleisten.

Putin persönlich auf Krisengipfel

Einen Krisengipfel gab es am Wochenende in Sotschi, wo Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin höchstpersönlich versuchte, die Bedenken innerhalb des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu zerstreuen.

Er garantierte bei einem Besuch von Jean-Claude Killy, dem Chef der IOC-Koordinierungskommission, die Finanzierung der mit 9,4 Milliarden Euro veranschlagten Spiele durch den russischen Staatshaushalt sei gesichert.

Schlechter Rubel-Kurs als Faktor

In russischen Medien war zuvor berichtet worden, die Olympia-Finanzierung sei durch den 40-prozentigen Wertverlust des Rubels seit Juli 2008 gefährdet.

Putin präsentierte Killy auch Fortschritte im Straßenbau und zwei zahlungskräftige Investoren aus dem Bereich Telekommunikation.

Die beiden Konzerne Rostelekom und Megafon hatten zugesagt, 390 Millionen Euro bereitzustellen - laut Sotschis Olympia-OK die größte Summe, die inländische Sponsoren jemals für Olympia ausgaben.

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