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Renate Lingor (l.) gegen Brasiliens Formiga © getty

Wenn es am Montag gegen Brasilien geht, liegen die Hoffnungen der deutschen Fußballerinnen auf ihrer Rekord-Torhüterin.

Shanghai - Sie bringt die besten Stürmerinnen reihenweise zum Verzweifeln, Weltfußballerin Marta hat sogar ein regelrechtes "Angerer-Syndrom":

Wenn die deutschen Weltmeisterinnen am Montag (ab 12 Uhr LIVE) gegen Brasilien um den Einzug in das Olympia-Endspiel kämpfen, will Rekord(tor-)frau Nadine Angerer zum dritten Mal in Folge gegen die "Selecao Feminina" ihren Kasten sauber halten.

"Ich habe nach der Vorrunde gesagt, dass wir Gold holen. Das glaube ich immer noch", sagt die 29-Jährige.

2000 und 2004 scheiterte die DFB-Auswahl auf dem Weg zum erhofften Olympiasieg jeweils an der vorletzten Hürde, beim dritten Versuch soll es in Shanghai endlich klappen.

"Wir haben die nötige Fitness, die Form und den Willen, dieses Spiel zu gewinnen", sagt Trainerin Silvia Neid.

"Nicht in die Hosen machen"

Brasiliens starke Auftritte in China beunruhigen das Team nicht. "Wir sollten uns vor denen nicht in die Hosen machen. So grandios haben die auch nicht gespielt", sagt Kapitän Birgit Prinz.

Das gilt zwar auch für die deutsche Elf, doch die Abwehr stand bisher gut. Und wenn doch mal eine gegnerische Stürmerin durchkam, verhinderte Angerer einen Gegentreffer.

Rekord-Angerer

Die Schweden-Legionärin ist seit 390 olympischen Turnierminuten unbezwungen - Rekord. Bei der WM vor einem Jahr, ihrer ersten Endrunde als Nummer eins, kassierte sie in sechs Spielen kein Gegentor - ebenfalls Rekord.

Insgesamt steht die Null damit nun schon seit fünfzehneinhalb Stunden - natürlich Rekord!

Nadine Angerer - die Unbezwingbare

"Es ist fast unglaublich, dass es keiner dieser starken Gegner geschafft hat, uns einen reinzuschießen", sagt Neid.

Die Trainerin weiß auch, warum das so ist: "Wir haben eine Weltklasse-Torhüterin."

DFB-Präsident Theo Zwanziger nennt Angerer "die Unbezwingbare". Er will am Montag persönlich dafür sorgen, dass die Serie hält und die Mannschaft in Shanghai unterstützen.

Die Null steht

Gegen Brasilien stand die Null zuletzt im WM-Finale (2:0) und in der Vorrundenbegegnung vor rund zwei Wochen. Speziell Brasiliens Weltklasse-Stürmerin Marta scheiterte dabei wiederholt an Angerer, weshalb Neid von einem "Syndrom" sprach.

Neben Angerer zeichnete für das Zu-Null die starke Abwehr verantwortlich.

Ausfall in der Abwehr

Aus der Verteidigung ist aber ein wichtiges Glied herausgebrochen:

Linda Bresonik erlitt beim 2:0 nach Verlängerung im Viertelfinale gegen Schweden einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk. Für sie wird wohl Babett Peter auflaufen.

Vielversprechende Serie

Von bisher sieben Spielen gegen Brasilien hat Deutschland noch kein einziges verloren. Damit diese Serie ebenfalls hält, sind aber auch Tore nötig - bislang nicht gerade die Stärke der deutschen Elf: In vier Spielen gab es nur vier Treffer.

Gegen Schweden lief deshalb Anja Mittag für die formschwache Sandra Smisek auf. "Wir haben gut harmoniert", fand Partnerin Prinz. Das Duo sollte zusammenbleiben.

Optimistische DFB-Frauen

Ob neben Mittag oder Smisek - Prinz freut sich auf Brasilien, "weil wir besser spielen als beim Unentschieden zu Turnierbeginn". Auch Angerer ist optimistisch. "Wir haben eine superstarke Truppe", sagt sie.

Für den Final-Einzug würde sie sogar das Ende ihrer unglaublichen Serie in Kauf nehmen. "Meine Aufgabe ist es, die Null zu halten. Aber wenn wir 5:4 gewinnen, bin ich auch glücklich."

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