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Ist auf Rang 26 noch die beste Deutsche: Meredith Michaels-Beerbaum © getty

Die deutschen Springreiter enttäuschen in Hongkong mit 20 Fehlerpunkten. Die Medaillenränge rücken damit in weite Ferne.

Hongkong - Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum und die deutschen Springreiter haben zum Auftakt des Nationenpreises in Hongkong auf der ganzen Linie enttäuscht.

Das deutsche Quartett kam nach dem ersten von zwei Umläufen auf 20 Fehlerpunkte und hat die Medaillen damit aus den Augen verloren.

Sogar der Einzug in die zweite Runde war gefährdet. "Das wäre der Hammer gewesen", sagte Beerbaum.

Letztlich kam die deutsche Mannschaft mit einem blauen Auge davon und erreichte auf dem geteilten achten Rang ganz knapp die nächste Runde.

Auf dem ersten Platz lagen die Schweiz und USA mit jeweils zwölf Punkten, Dritter wurde Schweden mit 13 Zählern.

20 Fehlerpunkte

Die Weltranglisten-Erste Meredith Michaels-Beerbaum hatte mit Shutterfly einen Abwurf und war damit an diesem Tag noch die Beste.

Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit All Inclusive und Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster leisteten sich je acht Fehlerpunkte.

Marco Kutscher (Hörstel) kam mit Cornet Obolenski sogar auf 13 Punkte und lieferte das Streichergebnis. Am Montag (19.15 Uhr MESZ) wird der zweite und letzte Durchgang ausgetragen.

Kaum noch Medaillenchancen

"Die Chancen auf eine Medaille sind jetzt minimal", sagte Michaels-Beerbaum, als 26. beste Deutsche in der Einzelwertung.

Ludger Beerbaum übte Selbstkritik: "Es reicht nicht, wenn man nur 90 Prozent an Akkuratesse gibt." Einen Grund konnte der Routinier auch nicht nennen:

"Die Pferde waren in Schuss, alle haben sich gut verstanden. Vielleicht hatten wir etwas zu viel Harmonie. Manchmal muss man auch einen Reizpunkt setzen", meinte Beerbaum, der seine sechsten Olympischen Spiele erlebt.

Unkonzentriert statt locker

"Ich kann es nicht erklären", sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier. "Unsere Taktik, dass wir locker in die erste Qualifikation am Freitag gegangen sind, war richtig. Das haben wir immer so gemacht. Nur dieses Mal ging unser Plan nicht auf."

Zwei Tage nach dem mäßigen Auftakt in der Einzelwertung mit insgesamt sechs Abwürfen präsentierte sich das deutsche Quartett erneut unkonzentriert.

"Das war ein Desaster", sagte Kutscher zu seinem Ritt. "Das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Mein Ritt war eine einzige Katastrophe." Auch Team-Kollege Ahlmann war von seinem Auftritt enttäuscht: "Acht Fehlerpunkte - das ist zu viel. Jetzt wird es knapp für uns."

Deutsche Reiter Goldgaranten

Deutschland hat bei Olympia bereits achtmal Mannschaftsgold gewonnen.

Dreimal war Ludger Beerbaum, der 1992 auch Einzelgold in Barcelona holte, mit in der siegreichen Equipe. Auch 2004 in Athen hieß der Sieger zunächst Deutschland, doch wegen einer positiven Medikationsprobe bei Beerbaums Pferd Goldfever wurde dem Team die Goldmedaille aberkannt.

Neuanfang am Finaltag

Nach der Halbierung des Feldes auf acht Mannschaften fällt am Montag die Entscheidung um Gold, Silber und Bronze im Team-Wettbewerb.

Erneut gibt es einen Umlauf, das schlechteste Reiter-Ergebnis einer jeden Mannschaft wird gestrichen.

Parallel zur Teamwertung geht es für die Reiter auch um die Einzelwertung. Die Fehlerpunkte der ersten drei Teilprüfungen werden addiert, die besten 35 Paare nach dem Nationenpreis qualifizieren sich für den Finaltag am Donnerstag. Dort fangen alle wieder bei null an.

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