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Die deutschen Damen holten 2004 in Athen die Goldmedaille © getty

Durch den Erfolg über Japan beendet die DHB-Auswahl die Vorrunde als Erster. Der Bundestrainer ist "sehr stolz auf sein Team".

Peking - Erstes Ziel erreicht, nun geht es um die Medaillen. Die deutschen Hockey-Damen stehen als Gruppensieger im Halbfinale der Olympischen Spiele in Peking.

"Ich bin sehr zufrieden, dass wir es geschafft haben", sagte Bundestrainer Michael Behrmann nach dem abschließenden 1:0 (0:0)-Erfolg über Japan, "dass wir diese starke Vorrunde mit vier Siegen abschließen, macht mich stolz."

Janine Beermann (40.) sorgte mit ihrem Siegtreffer zudem dafür, dass der Europameister im Semifinale Topfavorit Niederlande aus dem Weg geht. Gegner im Kampf um den Finaleinzug am Mittwoch (ab 11.30 Uhr LIVE ) ist Gastgeber China.

"Die haben wir bei der Champions Trophy geschlagen", sagte Behrmann, "wir wissen also, wie es geht."

Dank an Fans und Angehörigen

Mit einer Ehrenrunde bedankte sich das Team bei den deutschen Fans und Familienangehörigen. Am Abend bat der Deutsche Hockey-Bund die treuesten Anhänger zu einem Empfang, die Erleichterung war schließlich groß. Edelmetall ist nun wieder zum Greifen nah.

Auch Sportdirektor Rainer Nittel war erleichtert: "Bei den Gesprächen über öffentliche Fördermitel im nächsten Olympia-Zyklus sind Erfolge und Medaillen immer gute Argumente."

Startprobleme gegen Japan

Gegen die Japanerinnen tat sich die Mannschaft nur am Anfang schwer. Abwehrchefin Tina Bachmann war kurzfristig mit Magen-Darm-Problemen ausgefallen, Anfangsnervosität machte sich breit.

"Da hat man gemerkt, dass die Spielerinnen einen gewissen Rucksack mit sich schleppen", meinte Behrmann, "trotzdem haben wir unser Konzept gut umgesetzt und hinten sicher gestanden."

Nervenspiel gewünscht

Eigene Torchancen wurden zunächst aber kaum herausgespielt. Zwei Strafecken in der 24. Minute waren die besten Gelegenheiten im ersten Durchgang, beide konnten aber nicht genutzt werden. "Es war ein Nervenspiel", so Natascha Keller, "aber wir mögen solche Matches lieber, als wenn wir wissen, dass es noch zwei Chancen gibt."

Fanny Rinne sah es ähnlich: "Beim 0:4 gegen Argentinien fehlte der allerletzte Biss. Heute haben wir wieder extremen Kampfgeist und Willenskraft gezeigt. Das zeichnet uns aus."

Tor durch Beermann

In der zweiten Hälfte übernahm die Mannschaft dann vollständig das Kommando. Ein schnell ausgeführter Freischlag von Maike Stöckel brachte fünf Minuten nach Wiederbeginn die erlösende Führung. Beermann musste nur noch den Schläger hinhalten.

Anschließend drängten die Deutschen energischer Richtung Tor, nur die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig.

Selbstvertrauen ist da

Dennoch blicken sie optimistisch Richtung Halbfinale.

"Wir müssen die Aggressivität aus dem Spiel gegen Großbritannien mit der taktischen Einstellung aus der ersten Hälfte gegen Argentinien kombinieren", sagte Behrmann, "dann sind wir in der Lage, auch das Halbfinale zu gewinnen. Genug Selbstvertrauen haben wir."

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