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Tobias Kreuzmann erzielte gegen die USA einen Treffer © getty

Die deutschen Wasserballer haben in Peking das Weiterkommen verpasst. Im entscheidenden Spiel gegen die USA unterlagen sie mit 7:8.

Peking - Statt in der K.o.-Runde spielen die deutschen Wasserballer "um den goldenen Blumentopf".

Die Enttäuschung bei Bundestrainer Hagen Stamm war groß und seine Ausdruckweise dementsprechend, nachdem seine Schützlinge im letzten und entscheidenden Vorrundenspiel gegen die USA mit 7:8 (2:3, 1:2, 2:2, 2:1) den Kürzeren gezogen hatten.

Unermüdlich hatte der 48-Jährige das deutsche Team während des Spiels nach vorne gepeitscht, doch der emotionale Auftritt des Coaches reichte nicht zum notwendigen Sieg.

Stamm will abwarten

Hinter der Zukunft des ehemaligen Weltklasse-Centers als Bundestrainer steht nun ein Fragezeichen.

"Ich werde jetzt erstmal vier Wochen ins Land ziehen lassen, danach mit dem DSV sprechen und schauen, was dabei rauskommt", meinte Stamm und erklärte: "Es hängt auch davon ab, wie die restlichen Spiele hier noch ausgehen."

Kampf um Platz sieben

Am Freitag (17.00/11.00 Uhr) beginnt für den Athen-Fünften im Spiel gegen Griechenland oder Gastgeber China der Kampf um Platz sieben statt um Medaillen.

Dennoch ist dem 323-maligen Nationalspieler Stamm, der bei Olympia 1984 in Los Angeles mit Bronze am bislang letzten Wasserball-Edelmedtall für Deutschland beteiligt war, die Rückendeckung des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) sicher.

"Bei uns steht er nicht zur Disposition. Wir würden gerne mit ihm verlängern", erklärte DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff.

Harte Arbeit und gute Laune

Auch die Mannschaft macht sich für den Berliner stark. "Es wäre sehr wichtig für uns, wenn er weitermachen würde. Vor acht Jahren haben wir noch gegen Junioren-Teams verloren. Seit Hagen da ist, haben wir einen Schritt nach vorne gemacht", sagte der Esslinger Heiko Nossek, dessen fünf Treffer gegen die USA nicht zum Sieg reichten.

In der Tat lag der deutsche Wasserball nach der verpassten Olympia-Qualifikation 2000 am Boden, ehe Stamm die Nationalmannschaft übernahm. Mit harter Arbeit und guter Laune führte Stamm seine Männer langsam wieder zu Erfolgen wie Platz fünf in Athen.

Mangelnde Durchschlagskraft

Dieser kann in Peking nicht mehr erreicht werden. Gegen die USA verspielten die Lieblinge von DSV-Präsidentin Christa Thiel den Sieg durch mangelnde Durchschlagskraft vor dem Tor, was sich vor allem im schwachen Überzahlspiel bemerkbar machte.

Zudem haderten die Deutschen mit den Schiedsrichtern, die ein Tor von Center Thomas Schertwitis 20 Sekunden vor dem Abpfiff zum vermeintlichen Ausgleich wegen einer Aktion im Fünfmeterraum abgepfiffen hatten.

"Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen, schiebe die Schuld aber nicht allein auf den Schiri. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen", sagte Stamm. Zudem hätte selbst ein Unentschieden dem DSV-Team nicht zum Einzug in die nächste Runde gereicht.

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