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Andreas Dittmer gewann 2004 in Peking die Silbermedaille © imago

Die deutschen Kanuten haben die Vorläufe gut gemeistert. Nur zwei der sechs Boote müssen den Umweg über das Halbfinale nehmen.

Peking - Die deutschen Kanuten sind trotz Algenalarm und Krankheits-Misere erfolgreich in ihre Operation Gold gestartet:

Vier von sechs Booten erreichten in den Vorläufen direkt die Finals am Freitag, nur der dreimalige Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer (Neubrandenburg) und Einerkajak-Spezialist Max Hoff (Raunheim) müssen in die 1000-m-Halbfinals am Mittwoch.

"Ich bin sehr erleichtert, die Ungewissheit ist vorbei - wir haben die richtige Fitness", resümierte Cheftrainer Reiner Kießler: `Dieser Auftakt war ein gutes Zeichen für alle unsere Athleten."

"Werden hier abräumen"

Rekord-Olympionikin und TV-Expertin Birgit Fischer ist überzeugt: `Wir werden hier richtig abräumen."

Auch der 500-m-Viererkajak mit Olympia-Neuling Conny Waßmuth (Magdeburg) anstelle der erkrankt abgereisten Carolin Leonhardt (Mannheim) überzeugte mit Rang eins.

Algen sorgen für Ärger

Nach einer Beschwerde der deutschen Mannschaft hatten die Veranstalter vor den Rennen mit `großer Armada" (Kießler) die Strecke im Shunyi Park von störenden Algen befreit. Im Aufwärmkanal verhedderten sich die Boote mit den Spitzen und Steuern aber noch in Schlingpflanzen. Vor den Starts versuchten die Athleten den Ballast mit Rückwärtsfahrten loszuwerden.

"Total schlimm", ärgerte sich Weltmeisterin Nicole Reinhardt (Lampertheim). Ihre Schlagfrau Fanny Fischer (Potsdam), Nichte von Birgit Fischer, monierte: "Das wächst ganz schön hoch und kann sich verhaken." Sportdirektor Jens Kahl wurde erneut bei den Verantwortlichen vorstellig, um für die nächsten Tage Abhilfe zu fordern.

Gejammer der Kajakfahrer

Dittmer schob beim Einfahren "ein Riesenknäuel" nach eigenem Bekunden 500 Meter vor sich her. Im Rennen habe es ihn nicht gestört, die Bootsspitze gehe da schließlich hoch.

Da die Canadier zudem kein Steuer besitzen, hatte er gut lachen: "Das Gejammer der Kajakfahrer, die sollen ihr Steuer einfach abbauen."

Dittmer spart Körner

Galionsfigur Dittmer war trotz des schwachen Abschneidens seiner Schwester Anja im Triathlon (Rang 33) und seines eigenen zweiten Ranges hinter Athen-Olympiasieger David Cal locker und gelöst.

"Der Spanier ist gleich richtig losgezogen. Ich habe mich nicht getraut, so richtig anzugreifen. Am Ende ist man vielleicht auch nur Zweiter, das ist dann doppelt bitter", meinte der 36-Jährige: "Da muss man schon ein wenig mit Köpfchen fahren und ein paar Körner sparen."

Halbfinals am Mittwoch

Am Dienstag geht Dittmer wie fünf weitere deutsche Boote in die Vorläufe über 500 Meter. Kräfte können einen Tag später Zweiercanadier-Olympiasieger Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen), der Zweierkajak Martin Hollstein/Andreas Ihle (Neubrandenburg/Magdeburg) und der Männer-Viererkajak sparen.

Alle kamen als Gewinner direkt weiter. Hoff wurde Dritter.

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