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Hambüchen tritt am Dienstag am Barren und am Reck an © getty

Beim Reck-Finale am Dienstag kann Deutschlands Turnstar seinen Traum von einer olympischen Medaille noch war werden lassen.

Peking - Seine vierte Chance will Fabian Hambüchen unbedingt nutzen.

Für Deutschlands "Sportler des Jahres" ist das Reck-Finale am Dienstag (13.30 Uhr MESZ, LIVE) im National Indoor Stadium die letzte Gelegenheit auf ein olympische Medaille in Peking. Dabei hofft er auf familiäre Unterstützung:

"Dass mein Vater wieder dabei ist, wird eine große Hilfe sein", glaubt Fabian, der beim vierten Platz am Boden am Sonntag auf seinen grippekranken Trainer hatte verzichten müssen.

Wenigstens eine Baustelle weniger für den Reck-Weltmeister, der bei den Spielen von Peking schon zweimal vom "Königsgerät" stürzte.

"Der Finger tut nicht mehr weh"

Dabei dürfte zumindest indirekt eine Kapselverletzung am kleinen Finger der linken Hand eine Rolle gespielt haben, die aber dank intensiver medizinischer Behandlung abgeklungen ist: "Der Finger tut nicht mehr weh."

Ob die psychischen Blessuren aus dem Kopf des 20-Jährigen verschwunden sind, wird erst der Wettkampf zeigen. Hambüchen-Manager Klaus Kärcher: "Der Druck ist natürlich immer noch immens."

Den vor der Reck-Entscheidung stattfindenden Endkampf am Barren nimmt der Ausnahmeathlet von der TSG Niedergirmes eher als Aufgalopp: "Da bin ich nur Außenseiter, aber im Turnen kann bekanntlich alles passieren. Abschenken werde ich da nichts."

"Hopp oder topp"

Taktieren kann der Europameister im Gegensatz zu mehreren frühen Championaten diesmal nicht. Laut Auslosung muss Hambüchen als Erster der acht Finalisten ans Reck.

"Hopp oder topp, dazwischen gibt es eigentlich nichts", glaubt der Hesse, der somit quasi gezwungen ist, seine schwierigste Übung mit einem Ausgangswert von 7,3 Punkten auszupacken.

Und obwohl der Olympiasieg das erklärte Peking-Ziel Hambüchens ist, versucht er mittlerweile selbst, die Anspannung zu reduzieren, indem er auf seine zweite Chance in vier Jahren verweist: "In London 2012 bin ich bestimmt auch noch dabei." Mag sein, doch eine Rückkehr ins heimische Blasbach ohne Edelmetall wäre für ihn zweifellos eine große Enttäuschung.

Olympia 2020 noch ein Thema?

Schließlich hat nicht jeder die Ausdauer und Zähigkeit seiner 33 Jahre alten Teamkollegin Oksana Chusovitina (Köln), die bei ihren fünften Olympischen Spielen am Sonntag erstmals eine Einzelmedaille (Silber beim Sprung) gewann.

Bulgariens Ex-Weltmeister Jordan Jowtschew stand in Peking noch als 35-Jähriger im Ringefinale. Daran gemessen könnte für Hambüchen sogar Olympia 2020 noch ein Thema sein.

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