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Die Australierin Emma Snowsill konnte trotz ihres Missgeschicks jubeln © getty

Emma Snowsill verläuft sich beim Triahtlon, holt aber dennoch Gold. Überschattet wird das Rennen von einem schweren Sturz.

Peking - Emma Snowsill ließ sich zwar kurz vom Weg, aber nicht vom Goldkurs abbringen.

Deutschlands Triathlon-Trio lief hingegen weit hinterher und musste die Übermacht der neuen Olympiasiegerin neidlos anerkennen.

"Emma hat ihr Leben dem Triathlon geopfert. Deshalb hat sie den Sieg auch verdient", erklärte Ricarda Lisk, die als beste Deutsche auf Platz 15 landete.

Dabei hatte Snowsill auf dem Weg zum ersten australischen Triathlon-Gold bei Olympia eine gehörige Schrecksekunde zu überstehen.

Vom Weg abgekommen

Als die 27-Jährige von der Goldküste kurz vor Ende der zweiten Laufrunde in den Zielbereich am Fuß der imposanten Staumauer am Ming Hong Reservoir einbog, wählte sie den falschen Weg.

Erst als ihr ein Auto entgegenkam bemerkte sie den Irrtum, stieg über eine Absperrung und setzte ihren "Triumphmarsch" fort.

"Da habe mich schon erschrocken. Aber zum Glück ist alles gut ausgegangen", erklärte Snowsill nach ihrem souveränen Sieg.

Nach 1, 5 km Schwimmen, 40 km Rad fahren und 10 km Laufen verwies Snowsill in 1:58:27,66 Stunden Topfavoritin Vanessa Fernandes (Portugal/1:59: 34,63) auf Platz zwei.

Moffat Dritte

"Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen", erklärte Snowsill, die mit dem früheren Top-Triathleten Craig Walton verlobt ist, und ließ sich im Ziel mit der australischen Nationalflagge feiern.

Emma Moffat rundete als Dritte (1:59:55,84) den Erfolg für Australien ab.

DTU-Trio chancenlos

Die Starterinnen der Deutschen Triathlon Union (DTU) waren beim Auftritt etwa 50 km nördlich von Peking dagegen nur Statisten.

Lisk (Waiblingen/2:02,07,75) als 15., Christiane Pilz (Rostock/2:03, 46,82) als 26. und Anja Dittmer (Saarbrücken/2:05:45,86) als 33. hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun.

"Ich habe mein Bestes gegeben, aber ich war platt. Die Hitze war wie im Backofen", meinte Lisk: "Ich hoffe, dass ich in vier Jahren in London so weit sein werde wie Emma heute."

Beim Rennen der Männer am Dienstag schlagen in der Brust von Lisk zwei Herzen.

Die 27-Jährige ist mit dem spanischen Weltmeister Javier Gomez liiert, der als schärfster Rivale der deutschen Goldhoffnung Daniel Unger gilt.

Athen-Siegerin verwechselt Rad

Zu den Geschlagenen gehörte auch die für Österreich startende, gebürtige Australierin Kate Allen, die noch vor vier Jahren in Athen triumphiert hatte.

Allen, die sich nach einem schweren Sturz mit dem Rad vor knapp einem halben Jahr zuletzt wieder zurückgekämpft hatte, verlor alle Chancen in der Wechselzone, als sie ihr Rad verwechselte und wertvolle Zeit einbüßte.

"Als ich mir den Helm aufsetzen wollte, habe ich das Missgeschick bemerkt. Da war das Rennen für mich gelaufen", erklärte Allen.

Schwerer Sturz

Überschattet wurde das Rennen von einem Sturz auf der Radstrecke.

Lauren Groves aus Kanada, die Tschechin Lenka Zemanowa und die Russin Irina Abissowa wurden mit Verdacht auf mehrere Knochenbrüche ins Krankenhaus eingeliefert.

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