vergrößernverkleinern
Ludger Beerbaum holte bereits vier Olympische Goldmedaillen © imago

Die deutschen Springreiter landen nur auf dem fünften Platz und fahren damit das drittschlechteste Ergebnis aller Zeiten ein.

Hongkong - Die erfolgsverwöhnten deutschen Springreiter haben sich beim olympischen Turnier in Hongkong kräftig blamiert.

Nachdem der Goldtraum früh geplatzt war, stürzte die Equipe um Ludger Beerbaum nach zwei Runden beim Nationenpreis auf einen enttäuschenden fünften Rang ab.

Gold sicherten sich die USA im Stechen vor Kanada. Bronze ging an Norwegen.

Für die deutschen Springreiter war es das drittschlechteste Olympia-Ergebnis nach Platz elf in Barcelona 1992 und Rang sechs in Helsinki 1952.

Für Deutschland waren Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit dem 15 Jahre alten Wallach Shutterfly, Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit All Inclusive, Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster und Marco Kutscher (Hörstel) mit Cornet Obolensky am Start.

Misere setzt sich fort

Die Weltranglistenerste Meredith Michaels-Beerbaum erlaubte sich mit ihrem 15 Jahre alten Wallach Shutterfly in der zweiten Runde vier Fehlerpunkte. Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) leistete sich mit dem neun Jahre alten Wallach All Inclusive sechs Fehlerpunkte.

Der ehemalige Doppel-Europameister Christian Ahlmann (Marl) kam mit Cöster auf vier Fehlerpunkte, Marco Kutscher (Hörstel) steuerte mit dem erst neun Jahre alten Hengst Cornet Obolensky 19 Punkte bei (und lieferte das Streichergebnis).

Bundestrainer in der Kritik

Damit setzte sich die Misere der deutschen Equipe aus den ersten beiden Qualifikationen fort.

Erneut wirkten Ross und Reiter unkonzentriert und ließen den nötigen Biss vermissen. Gravemeier wurde bereits dafür kritisiert, dass seine Reiter das Turnier zu locker angegangen seien.

Der Bundestrainer wies darauf hin, dass man diese Strategie in der Vergangenheit zur Schonung immer beherzigt habe, nur diesmal sei der Plan eben nicht aufgegangen.

Beerbaum verpasst Wiedergutmachung

Beerbaum verpasste die Chance, seine fünfte Goldmedaille zu gewinnen und damit in der Rangliste der erfolgreichsten Olympioniken Deutschlands auf den sechsten Rang hinter Reiter-Legende Hans Günter Winkler zu rücken.

Winkler hat auch fünf Goldmedaillen, dazu aber anders als Beerbaum eine silberne und eine bronzene.

Der 44 Jahre alte Routinier Beerbaum ließ zudem die Chance auf eine Wiedergutmachung von 2004 ungenutzt.

Bei den Spielen in Athen hatte die deutsche Equipe bereits Gold gewonnen, ehe der Mannschaft die Medaillen nach einem positiven Medikationsfall bei Beerbaums Pferd Goldfever am grünen Tisch wieder aberkannt wurden.

Der Riesenbecker wurde aus der Wertung gestrichen, der Rest des Teams musste sich mit Bronze begnügen.

"Goldreiter" gestoppt

In Hongkong wurde der Triumphzug der deutschen Reiter erstmals gestoppt.

Zuvor hatten die "Goldreiter" bei drei Entscheidungen dreimal triumphiert.

Zunächst hatten Hinrich Romeike (Nübbel) mit seinem Pferd Marius sowie die deutsche Equipe in der Vielseitigkeit Doppel-Gold gewonnen.

Dann siegte die deutsche Dressur-Equipe im Kampf um Mannschaftsgold. Letztmals gewann die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 in allen drei Nationenwertungen Gold.

Einzelfinale am Donnerstag

Am Donnerstag wird das Programm der Springreiter mit dem Finale fortgesetzt.

Die 35 besten Paare in der Einzelwertung nach Ende des Nationenpreises haben sich für die letzten beiden Teilprüfungen qualifiziert.

Die bislang erzielten Punkte werden gelöscht. Es gibt zwei Umläufe in unterschiedlichen Parcours. Wer am Ende die wenigsten Fehlerpunkte hat, ist Olympiasieger.

Hoffen auf Werth

Bereits am Dienstag fällt die vorletzte Entscheidung beim olympischen Reitturnier von Hongkong.

In der Dressur werden die Einzelmedaillen vergeben.

Vor der entscheidenden Kür liegt die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) mit ihrem Wallach Satchmo vorn.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel