vergrößernverkleinern
Die deutschen Hockey-Herren holten bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen Bronze © getty

Nach dem Sieg gegen Neuseeland schauen die deutschen Hockey-Herren in Peking selbstbewusst auf das Halbfinale am Donnerstag.

Peking - Rechtzeitig zur entscheidenden Turnierphase hat Hockey-Weltmeister Deutschland zu alter Stärke zurückgefunden.

Nach einem holprigen Start in das olympische Turnier in Peking zogen die Herren von Bundestrainer Markus Weise durch einen 3:1 (2:0)-Erfolg gegen Neuseeland doch noch sicher ins Halbfinale ein und folgten damit den deutschen Damen.

"Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, so soll es sein", sagte Mannschaftskapitän Timo Weß, "jetzt geht das Turnier erst richtig los."

Deutschland Gruppen-Zweiter

Das deutsche Team spielt am Donnerstag (18 Uhr MESZ) gegen den Sieger der Gruppe B, Australien oder die Niederlande. Den möglichen Sieg der Gruppe A schnappte Spanien der DHB-Auswahl noch weg.

Die Iberer gewannen ihr entscheidendes Spiel gegen Südkorea mit 2:1 und führen dadurch mit 12 Punkten vor Deutschland (11) und den Asiaten (7).

"Mir ist das egal, wir haben so viel Biss und so viel Fight, da kommt keiner mit", tönte Weißenborn euphorisch, "die Gegner haben alle Schiss vor uns, uns muss man erstmal schlagen."

In der Gruppe ungeschlagen

Tim Weß (5.) hatte Deutschland mit der ersten Strafecke in Führung gebracht, die Matthias Witthaus (9.) in der sehr starken Anfangsphase erhöhte. Strafeckenspezialist Hayden Shaw (46.) erzielte den Anschlusstreffer für die "Black Sticks".

Florian Keller (56.) stellte jedoch den alten Abstand wieder her und trug damit zur Beruhigung von Weise bei.

"Wir sind super ins Spiel gestartet, hätten aber den einen oder anderen Konter besser abschließen sollen", sagte der Mannheimer, der insgesamt natürlich zufrieden war: "Uns hat in einer starken Gruppe keiner schlagen können, das ist auch ein Zeichen."

Teamgespräch ohne Trainer

Nach dem Unentschieden gegen Belgien hatte die Mannschaft sich ohne Trainer zusammengesetzt und intern Defizite angesprochen, die Steigerung war die Folge. "Es ist gut für die Gruppe, wenn sich ein Team durch Probleme durchmeißelt", so der Coach, "daraus ergibt sich eine große Dynamik."

Nach dem Remis gegen Südkorea war der Druck erheblich, nur zwei Siege gegen Spanien und Neuseeland würden das Halbfinale bringen.

"Wir haben uns gesagt, wir fangen mit einem Achtelfinale gegen die Spanier an", sagte Moritz Fürste, "wahrscheinlich brauchen wir die Alles-oder-Nichts-Situation."

Weißenborn fühlte sich an die Weltmeisterschaft 2006 erinnert: "Da haben wir auch alle wichtigen Spiele gewonnen."

Basketballer und Handballer schauen zu

Die Mannschaft begann die Partie gegen die "Black Sticks" mit einer bei diesem Turnier noch nicht gesehenen Entschlossenheit. Aggressiv und konzentriert von der ersten Minute an überrollten sie die "Kiwis" geradezu.

Dirk Nowitzki, seine Basketballer und die Handball-Weltmeister begeisterten sich auf der Tribüne an den schnellen Direktkombinationen des deutschen Teams.

Neuseeland kam zunächst gar nicht aus seiner Hälfte heraus, nur nach dem Anschlusstreffer wurde es für einen kurzen Moment gefährlich - bis Keller traf.

"Gegen Spanien haben wir uns reingekämpft, jetzt haben wir uns reingespielt", sagte Verteidiger Max Müller, "wir steigern uns im Turnier, das sind beste Voraussetzungen fürs Halbfinale."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel