vergrößernverkleinern
Meredith Michaels-Beerbaum ist die Nummer 1 der Weltrangliste © getty

Die deutschen Reiter satteln nach ihrem schwachen Auftritt im Mannschaftsspringen beim Feiern ab. Ludger Beerbaum ist skeptisch.

Hongkong - Dosenbier statt Champagner: Die große Sause auf der Bühne des Riverside-Hotels blieb nach dem schwachen Abschneiden im Mannschaftsspringen aus.

Stattdessen verteilte Reiter-Präsident Breido Graf zu Rantzau an den Ställen ein paar Dosen Bier.

"Man kann nicht immer ganz vorne landen", meinte der Verbands-Boss, dessen "Goldreiter" sich zuvor mit Platz fünf blamiert hatten.

Nach dreimal Gold in den bisherigen drei Starts in Hongkong war das Debakel der erfolgsverwöhnten Springreiter ein Schock, auch wenn Breido Graf zu Rantzau versuchte, das Positive hervorzuheben:

"Der Deutsche Olympische Sportbund kann weiter mit uns zufrieden sein. Nach vier Wettbewerben haben wir nun erstmals keine Goldmedaille geholt. Da kann sich keiner beschweren."

Beerbaum ist verwundert

Nur gut, dass zum Einzel-Finale am Donnerstag (13.15 Uhr MESZ) die Strafpunkte wieder gelöscht werden.

Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) lag nach drei Runden als beste Deutsche auf Rang 16. Christian Ahlmann (Marl/Rang 31) und Ludger Beerbaum (Riesenbeck/33) schafften gerade noch den Sprung ins Finale der besten 35.

"Man braucht nicht von Einzelmedaillen zu reden. Wir haben bislang nicht einen einzigen Nullfehlerritt hingelegt. Selbst Shutterfly nicht", sagte Beerbaum und wunderte sich über das Top-Pferd seiner Schwägerin Michaels-Beerbaum.

Kutscher verpasst Einzelfinale

Für den ehemaligen Doppel-Europameister Marco Kutscher war der Abend besonders schlimm.

Nach 13 Fehlerpunkten am Vortag brachte er es im zweiten Umlauf auf 19 Punkte und verpasste die Qualifikation für das Einzelfinale.

Vor dem Hindernis nach dem Wassergraben hatte sein Nachwuchspferd Cornet Obolenksy genauso wie der erst neun Jahre alte Wallach All Inclusive von Beerbaum verweigert.

"Das Schlimmste, was passieren konnte, ist eingetreten", meinte Kutscher.

"Alle tragen die Entscheidung mit"

"Vielleicht müssen wir überlegen, ob es ein Fehler war, so junge Pferde wie All Inclusive und Cornet Obolensky mitzunehmen", sagte Breido Graf zu Rantzau.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Entscheidung gemeinsam getroffen wurde:

"Das hat der Bundestrainer dem Springausschuss vorgeschlagen. Alle tragen die Entscheidung mit."

Die lange Vorbereitung war offenbar für die Jung-Pferde das Problem. "Drei Wochen ohne Parcours ist zu viel", sagte Kutscher.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel