vergrößernverkleinern
Andreas Dittmer ist eine deutsche Gold-Hoffnung in Peking © imago

Die deutschen Kanuten lassen aufhorchen: Vier von sechs Booten erreichen direkt die Finals. Andreas Dittmer aber muss bangen.

Peking - Die deutsche Kanu-Flotte ist in Gold-Form, doch ausgerechnet Galionsfigur Andreas Dittmer schwächelt noch etwas.

Acht von zwölf Booten erreichten in den Vorläufen direkt die Rennen um die Olympia-Medaillen ab Freitag.

Der 36-Jährige Dittmer muss dagegen über 1000 m am Mittwoch und 500 m am Donnerstag im Halbfinale nachsitzen.

"Wir sind gut dabei, aber wir müssen konzentriert bleiben. Es wird nicht funktionieren, dass wir hier die Medaillen bloß abholen müssen", sagte Cheftrainer Reiner Kießler.

Vier Boote über 500 Meter direkt ins Finale

Für Dittmer sei weiter alles drin: "Ich traue ihm zu, dass er auf den Punkt ein großes Rennen hinlegt."

Über 500 Meter zogen am Dienstag vier Boote direkt ins Finale.

Vor allem die Athen-Olympiasieger Ronald Rauhe/Tim Wieskötter (Potsdam) im Zweierkajak und Christian Gille/Tomasz Wylenzek (Leipzig/Essen) im Zweiercanadier sahen beim Kräftemessen mit der Konkurrenz sehr gut aus. Aber auch die dreimalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Fanny Fischer/Nicole Reinhardt (Potsdam/Lamperheim) gewannen ihren Vorlauf.

Dittmer ratlos

Der dreimalige Canadier-Olympiasieger Dittmer war nach Platz vier ratlos.

Einen Tag nach der einkalkulierten Niederlage gegen Olympiasieger David Cal (Spanien) über 1000 Meter hängte ihn der WM-Achte Alexander Schukowski (Weißrussland) über die halbe Strecke gleich am Start ab. Routinier Dittmer stoppte den Anfgriff bei 350 Metern.

"Komme nicht in Gang"

"Ich bin enttäuscht", sagte der achtmalige Weltmeister.

"Ich weiß im Moment nicht, woran es liegt. Ich hoffe, ich kriege das noch hin." Er habe das Gefühl, dass ihm die Maximalkraft und auch die Aggressivität in der Phase nach dem Start fehlt.

"Irgendwie komme ich da nicht in Gang, die Hitze macht mir auch zu schaffen - ich hoffe auf Abkühlung durch Regen", meinte er.

"Andere müssen vor uns Angst haben"

Der 26-jährige Rauhe, mit Wieskötter seit Sydney 2000 bei Olympia und Weltmeisterschaften ungeschlagen, war zufrieden mit dem Einstand im Shunyi Park.

"Die anderen müssen vor uns Angst haben, wir wollen auf jeden Fall Gold", sagte er. Wieskötter wünscht sich zudem: "Besonders schön wäre es, wenn auch der Frauen-Zweier mit meiner Freundin Nicole gewinnt."

Nicole Reinhardt ist "optimistisch". Fanny Fischer, auch Schlagfrau des Viererkajaks meinte: "Das wird eine ganz knappe Sache um den Sieg."

"Das wird schwer"

Während der Großteil der deutschen Flotte in den nächsten beiden Tagen nur trainiert, muss neben Dittmer am Donnerstag auch Sprint-Weltmeister Jonas Ems (Essen) im Einerkajak ein Halbfinale bestreiten.

Der 21-Jährige wurde Zweiter, in dieser Disziplin war ohnehin kein direkter Finaleinzug möglich.

"Das wird schwer, das ist wie ein kleiner Endlauf", sagte er. Der ehemalige Wildwasserkanu-Weltmeister Max Hoff (Raunheim) absolviert am Mittwoch über 1000 m seine Sonderschicht.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel