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Ex-Junioren-Weltmeister Maximilian Levy verpasst die Bronzemedaille © getty

Zwei Medaillen lassen auf einen Aufschwung im deutschen Bahnradsport hoffen. Großbritannien dominiert auch am Schlusstag.

Peking - Der krönende Abschluss wurde zwar verpasst, doch fünf Monate nach dem WM-Debakel von Manchester hat der deutsche Bahnradsport bei den Olympischen Spielen in Peking wieder ein deutliches Lebenszeichen abgegeben.

Mit Silber und Bronze hat das Mini-Aufgebot des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) im Schatten der überragenden Briten Hoffnung auf bessere Zeiten gemacht.

Die erhoffte dritte Medaille wurde am Schlusstag allerdings verpasst. Der frühere Junioren-Weltmeister Maximilian Levy sprintete in der Königsdisziplin Sprint auf den vierten Platz, im Madison mussten sich die WM-Zweiten Roger Kluge und Olaf Pollack mit Platz fünf begnügen.

Britischer Goldrausch

Stattdessen setzte Großbritannien unter den Augen von Ex-Premierminister Tony Blair die Goldjagd fort und holte sich durch "the flying Scotsman" Chris Hoy und "Queen" Victoria Pendleton die Olympiasiege Nummer sechs und sieben im Laoshan Velodrome.

Gegen die Dominanz der Briten hatte auch Levy nichts entgegenzusetzen. Im Halbfinale verlor der Cottbuser, der im Teamsprint Bronze gewonnen hatte, gegen Jason Kenny klar in zwei Läufen.

Im Rennen um Platz drei war der Franzose Mickael Bourgain für den 22-Jährigen einen Tick zu stark und gewann 2:1. Der Olympiasieg ging an Hoy, der nach seinen Erfolgen im Keirin und Teamsprint, mit dreimal Gold zurück in die Heimat fliegt.

Kluge/Pollack mit Rundenverlust

Als zweite Medaillenhoffnung des Tages waren Kluge und Pollack ins Zweier-Mannschaftsfahren über 50 km gegangen.

Zwar holte das Duo auch die zweit meisten Punkte (15), doch nach einem Rundenverlust war der Traum vom Podium beendet. Am Ende langte es nur zu Platz fünf.

Stattdessen holten Juan Esteban Curuchet und Walter Fernando Perez (8 Punkte) die erste Goldmedaille bei den Sommerspielen 2008 für Argentinien. Die Spanier Joan Llaneras und Antonio Tauler (7) belegten Platz zwei, gefolgt von den Russen Michail Ignatiew/Alexej Markow (6).

Großbritannien dominiert

Im Sprint der Frauen hatte aber Großbritannien wieder das Sagen. Weltmeisterin Pendleton ließ der Australierin Anna Meares in zwei Läufen keine Chance.

China durfte durch Shuang Guo, die das kleine Finale gegen die Niederländerin Willy Kanis gewann, über die erste Radsport-Medaille in Peking jubeln.

Tiefpunkt überwunden

In Athen hatte der BDR vier Medaillen auf der Bahn gewonnen, allerdings stürzte die Abteilung "Piste" insbesondere nach dem Abschied der Stars Jens Fiedler, Rene Wolff und Guido Fulst schwer ab.

Der Tiefpunkt war schließlich bei der WM in Manchester erreicht, als erstmals seit 1952 der Bahn-Vierer Olympia verpasst hatte.

Auch für Robert Bartko hatte sich in der Einerverfolgung der Traum von der Olympia-Teilnahme nicht erfüllt. Zudem schaffte in Verena Joos nur eine Frau die Qualifikation. In Peking lieferte sie allerdings enttäuschende Vorstellungen ab.

BMX zum ersten Mal dabei

Die Radsport-Wettbewerbe werden am Mittwoch mit den Vorläufen im BMX fortgesetzt. Die Sportart feiert dabei ihre Premiere im olympischen Programm.

Deutsche Fahrer sind allerdings nicht am Start. "Das wird sich in London in vier Jahren ändern", sagte BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer.

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