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Für Maria Riesch und Co. würden die Alpin-Wettbewerbe 2018 in Garmisch stattfinden © getty

Die Biathlon-WM in Südkorea ist nicht die beste Werbung für Olympia 2018 gewesen. Münchens Chance auf die Spiele steigt dadurch.

Liberec - Der Präsident des Ski-Weltverbandes FIS, Gian-Franco Kasper, hat die Bewerbung der Stadt München um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 als "äußerst stark" bezeichnet und sieht gute Chancen für ein zweites Olympia-Spektakel an der Isar.

Sorgen macht sich das einflussreiche IOC-Mitglied dagegen um die Winterspiele 2014 in Sotschi und um den Anti-Doping-Kampf.

"München und Garmisch-Partenkirchen - das ist die ideale Verbindung. Das wird ein deutsch-koreanischer Machtkampf", sagte Kasper bei der nordischen Ski-WM in Liberec.

Pyeongchang sei bei seinem dritten Anlauf eindeutig der Hauptkonkurrent von München, obwohl die gerade beendete Biathlon-WM bei schlechtem Wetter und zumeist leeren Rängen nicht die beste Werbung war.

"Der wichtigste Markt im Skisport"

Die Chancen von München, nach den Sommerspielen 1972 wieder Olympia auszurichten, würden sich noch weiter verbessern, falls Tokio den Zuschlag für die Sommerspiele 2016 erhält: "Dann wäre Südkorea weg. Und wir dürfen nicht vergessen, dass Deutschland der wichtigste Markt im Skisport ist."

Deshalb regte Kasper auch eine erneute Kandidatur von Oberstdorf für die nordische Ski-WM 2015 an. Die Marktgemeinde im Allgäu hatte die Titelkämpfe zuletzt 2005 mit großem Erfolg ausgerichtet und sich vergeblich für 2013 beworben.

Problematische Infrastruktur in Sotschi

Die Olympia-Bewerbung von München (Kasper: "Das ist eine wunderschöne Stadt, und jeder weiß, wie gut die Deutschen organisieren können") könnte auch deshalb gute Chancen haben, weil sich der Zuschlag für Sotschi 2014 als immer problematischer herausstellt.

"Es fehlt dort noch ein Großteil der Infrastruktur. Und auch die reichen Oligarchen in Russland leiden unter der weltweiten Finanzkrise und sind nicht mehr bereit, Geld für Sotschi zu geben", sagte der Chef der FIS.

In den Planungen weit zurück

Die Finanzierung der Winterspiele ist in Frage gestellt, nachdem die russische Regierung den Etat um umgerechnet rund 1,4 Milliarden auf nun 8 Milliarden Euro gekürzt hat.

"Natürlich macht man sich da Sorgen - auch wegen der Bauzeit. Es gibt zwar einen Plan, wo in den Hotels der Lichtschalter sein wird, aber in der Realität gibt es noch nicht einmal eine Straße zu dem Platz, wo die Unterkunft einmal gebaut werden soll", so Kasper.

Härtere Strafen für Doping-Sünder

Mit Blick auf den Dopingskandal um drei russische Biathleten warnte der Schweizer vor einer Abstumpfung im Kampf gegen den Betrug und sprach sich für eine Erhöhung der Strafen sowie die verstärkte Bestrafung der Hintermänner aus.

Die Entwicklung im Tennis, wo sich mehrere Topspieler wie der Weltranglistenerste Rafael Nadal oder Wimbledonsiegerin Venus Williams gegen die verschärften Anti-Doping-Regeln ausgesprochen hatten, sei extrem gefährlich.

Auch die Ärzte belangen

"Wenn wir diesen Forderungen nachgeben, dann ist die WADA schnell überflüssig geworden", sagte das Mitglied des Exekutiv-Ausschusses der Welt-Anti-Doping-Agentur: "Die Gefahr ist die sich einschleichende Gleichgültigkeit gegen Betrüger. "

Deshalb plädiert Kasper dafür, die maximal mögliche Strafe von vier Jahren nach einem Dopingfall auch zu nutzen: "Wir sind für die maximale Höchststrafe. Aber man muss auch bei den Ärzten einschreiten. Da ist es der beste Weg, wenn die WADA mit den nationalen Regierungen zusammenarbeitet und betroffenen Ärzten die Lizenz entzieht."

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