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Der Südkoreaner Baik-Song-Sub (l.) erlitt schwere Verletzungen © getty

Ein südkoreanische Boxer Baik musste aus dem Wettkampf genommen werden. Wissenschaftler berechnen Bolts Geschwindigkeit. Die Splitter.

Peking - Der südkoreanische Boxer Baik Song-Sub musste seinen Traum von einer olympischen Medaille vorzeitig begraben, weil er verletzungsbedingt sogar in Lebensgefahr schwebte und die Trainer ihren Kämpfer vorsichtshalber aus dem Wettbewerb nahmen.

Im Viertelfinale des Leichtgewichts hätte der 28-Jährige gegen den Armenier Hrachik Jawachjan antreten sollen. Sein Widersacher zog somit kampflos ins Halbfinale ein.

Baik klagte über Schmerzen in der Brust. Bei einer Untersuchung im Krankenhaus wurden innere Verletzungen festgestellt, die sich der Südkoreaner offenbar in einem früheren Kampf zugezogen hatte.

"Nach dieser Diagnose haben wir entschieden, er sollte nicht länger kämpfen, weil sein Leben ihn Gefahr geraten ist", sagte Baiks Trainer, Chun In-Ho, der südkoreanischen Nachrichten-Agentur "Yonhap".

Die weiteren Olympia-Splitter:

Bolt so schnell wie ein Radrennfahrer

Der Weltrekordlauf von Usain Bolt über 100 Meter hat auch die Sportwissenschaftler verblüfft. Bei der Aufschlüsselung seines Laufes am vergangenen Samstag in Peking legte er Teile der Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 43,9 km/h zurück.

Die 9,69 Sekunden, die der Jamaikaner für die gesamten 100 Meter benötigte, entsprechen im Schnitt 37,15 km/h.

Die Sportwissenschaftler von "sportsscientists.com" zerlegten den Lauf von Bolt in zehn Zeitabschnitte a zehn Meter. Für die drei Intervalle zwischen 50 und 80 Metern benötigte der 21-Jährige nur jeweils 0,82 Sekunden und widerlegte damit die Erkenntnis, dass ein Sprinter seine Höchstgeschwindigkeit zwischen 50 und 60 Metern erreicht, danach aber kontinuierlich abbaut.

Wäre Bolt die letzten 20 Meter des Rennens durchgelaufen, hätte er nach den Berechnungen von "sportsscientists.com" im besten Fall eine Zeit von 9,60 erreichen können - vorausgesetzt, er hätte auch die letzten 20 Meter mit 43,9 km/h absolviert.

Keine Proteste

77 Anträge an die chinesischen Behörden, aber keine einzige Protestkundgebung hat es bislang bei den Olympischen Spielen in Peking gegeben. Nach Angaben des städtischen Sicherheitsbüros der Olympiastadt seien 74 Anfragen nach einer "Einigung zwischen den Antragstellern und den Behörden" zurückgezogen worden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur "AFP" muss ein Mann für seinen Protestantrag 30 Tage hinter Gitter, weil er "die öffentliche Ordnung gestört" habe.

"Zwei andere Demonstrationsanträge wurden wegen unvollständiger Prozeduren abgelehnt, in einer weiteren Sache sollen Kinder Teil der Kundgebung sein. Um die Olympischen Spiele nicht zu stören, hatte die Staatsführung extra drei Demonstrationszonen eingerichtet.

Touristen-Ansturm erwartet

Peking und ganz China erwarten nach den Olympischen Spielen einen wahren Ansturm von Millionen Touristen. Nach einer Experten-Studie brauchen die Olympiastadt und die Wirtschaftsmetropole Shanghai bis 2010 mindestens jeweils 500.000 zusätzliche Hotelkräfte. Zudem würden 10.000 Sportmanager und 7000 Trainer gebraucht, um das nach dem Goldregen weiter gewachsene Interesse der Chinesen am Sport zu bedienen.

"Dieser erhöhte Bedarf ist ein Ergebnis der Olympischen Spiele, die China zu einem noch populäreren Ziel für Touristen gemacht haben", sagte Li Yiguang vom Marktforschungsunternehmen "Fesco". Der Einfluss der Spiele auf die chinesische Ökonomie werde mindestens eine Dekade anhalten.

Italiens TV-Zuschauer über "RAI" empört

TV-Zuschauer auf dem Apennin haben sich über die Qualität der Berichterstattung des italienischen Staatsfernsehens "RAI" von den Olympischen Spielen in Peking beschwert.

In dem von der "RAI" eingerichteten Blog über die Sommerspiele gab es in den letzten Tagen zahlreiche Kritik empörter Zuschauer. Die TV-Seher klagten vor allem über verschobene Übertragungen mehrerer Wettkämpfe und die Qualität der Kommentatoren.

Tischtennis soll sexy werden

Eng und kurz statt weit und lang: Das Frauen-Tischtennis soll durch figurbetonte Kleidung der Spielerinnen populärer werden.

"Wir versuchen die Spielerinnen davon zu überzeugen, Röcke statt Hosen und figurbetonte Shirts zu tragen", sagte Claude Bergeret, Vizepräsident des Weltverbandes ITTF.

Bei den Olympischen Spielen in Peking sind die Hallen bei Frauen-Wettbewerben meist nur zur Hälfte gefüllt. Die neuen Kleider sollen das ändern. Als Vorbild dient Tennis, wo Stars wie Maria Scharapowa oder Serena Williams das Publikum mit ausgefallenen Outfits begeistern.

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