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Fabian Hambüchen holte am Reck die Bronzemedaille © getty

Beim Ausspannen will Deutschlands "Sportler des Jahres" versuchen, den wahren Wert der Bronzemedaille schätzen zu lernen. Einen Popularitätsverlust fürchtet man im Hambüchen-Lager nicht.

Peking - Irgendwie war selbst das Ende symptomatisch: Ein hässliches Knacken verdarb Fabian Hambüchen den Auftritt bei der Olympia-Gala am Tag nach dem Reckfinale.

Beim hastigen Aufbau des "Königsgeräts" in der Pause des Schauturnens war vergessen worden, das Reck vorschriftsmäßig zu spannen.

Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen verhinderte Schlimmeres, indem er seinen Sohn stoppte und nachspannte. Hambüchen und Peking, irgendwie passte das nie so recht zusammen.

Das Lachen wiedergefunden

Dabei hatte der Bronze-Gewinner und Reck-Weltmeister gerade inmitten seiner Kollegen im mit 18.000 Zuschauern ausverkauften National Indoor Stadium sein Lachen wiedergefunden.

Auf die chinesische Show mit Turnen, Tanzen, Kampfsport und Musik hatte sich der 20-Jährige seit Beginn der Spiele eigentlich gefreut: "Es war immer ein Traum von mir, dort einmal mitwirken zu dürfen."

Rückflug schon am Freitag

Nun zieht es den Olympia-Dritten am "Königsgerät" schon am Freitag zurück nach Deutschland, zu Freundin Viktoria und in den wohlverdienten Urlaub.

Eine Woche lang werden sich Fabian und Viktoria auf hoher See von einem Sponsor verwöhnen lassen, daran schließt sich eine weitere Ferienwoche an.

Den wahren Wert erkennen

Beim Ausspannen will Deutschlands "Sportler des Jahres" dann auch versuchen, den wahren Wert der Bronzemedaille schätzen zu lernen.

"Ich war zu sehr auf Gold fixiert", hatte Hambüchen direkt nach seinem Wettkampf ehrlich eingeräumt und im gleichen Atemzug für London 2012 einen neuen Angriff auf den Olympiasieg angekündigt.

Noch "ein bisschen genießen"

Aber bis dahin möchte der Ausnahmeathlet von der TSG Niedergirmes die Spiele von Peking noch "ein bisschen genießen", ohne Trainingsstress und Terminverpflichtungen.

Die werden ihn nach seinem Urlaub in Deutschland schnell wieder einholen, denn einen Popularitätsverlust fürchtet man im Hambüchen-Lager nicht.

"Siege sind nicht alles"

"Siege sind nicht alles, auch als guter Verlierer wird sich die Vermarktung weiter gut entwickeln", glaubt Manager Klaus Kärcher.

Mentaltrainer und Onkel Bruno Hambüchen verwies in diesem Zusammenhang auf die schwierige Ausgangslage seines Schützlings beim Reck-Finale: "Der Druck, als Erster turnen zu müssen, war schon brutal."

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