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Sergio Agüero (l.) von Atletico Madrid war der Matchwinner für Argentinien © getty

Sergio Agüero zerstört Brasiliens Traum von der ersten Fußball-Goldmedaille. Der künftige Schwiegersohn von Diego Maradona trifft doppelt. Zwei Spieler der Selecao sehen im Duell der Erzrivalen Rot.

Peking/Shanghai - Sergio Agüero hat Brasiliens Traum von der ersten olympischen Fußball-Goldmedaille zerstört.

Der Stürmer erzielte beim 3:0 (0:0)-Sieg der argentinischen Auswahl gegen den südamerikanischen Erzrivalen im Halbfinale am Dienstagabend in Peking zwei Tore und beendete damit die Hoffnungen der Selecao auf den Olympiasieg fast im Alleingang.

Neben Agüero (52./58.) traf Kapitän Juan Riquelme (75., Foulelfmeter). Die Brasilianer Lucas (81.) und Thiago Neves (84.) sahen zudem jeweils Rot.

Argentinien Titelverteidiger

Anstelle des Topfavoriten steht nun Argentinien wie 2004 beim Triumph von Athen im Endspiel, wo es am Samstag im "Vogelnest" (12.00 Uhr Ortszeit/06.00 Uhr MESZ) auf Nigeria trifft.

Der Olympiasieger von 1996 setzte sich in der zweiten Vorschlussrundenpartie 4:1 (1:0) gegen Belgien durch. Die "kleinen Roten Teufel" bestreiten somit am Freitag das Spiel um die Bronzemedaille gegen Brasilien in Shanghai (19.00/13. 00 Uhr).

"Das ist ein großer Moment für uns, den wir erstmal genießen werden", sagte Argentiniens Trainer Sergio Batista. Er warnte aber bereits vor Nigeria: "Das ist ein starker Gegner. Doch wenn wir Gold gewinnen wollen, und das wollen wir, müssen wir sie schlagen." Es ist die Neuauflage des Atlanta-Endspiels von 1996, das Nigeria gewann.

Spiel lange Zeit ausgeglichen

52.968 Zuschauer sahen im Pekinger Arbeiterstadion ein lange Zeit ausgeglichenes Spiel. Obwohl beide Teams darauf bedacht waren, ein frühes Gegentor zu vermeiden, sahen die Fans ein frisches Spiel mit sehenswerten Offensivaktionen.

Stets im Zentrum des Geschehens standen die Superstars Ronaldinho und Lionel Messi. Nahezu jeder Ballkontakt der Klassespieler wurde vom überwiegend chinesischen Publikum bejubelt, jede gelungene Aktion von Ahs und Ohs begleitet.

Rafinha scheitert als Erster

"Dieses Spiel ist nur ein weiterer Schritt in Richtung Gold", hatte Brasiliens Trainer Dunga zuvor angekündigt. Rafinha hatte als erster die Chance, den großen Worten Taten folgen zu lassen - doch der Schalker verzog (11.).

Sekunden später traf Agüero unter den Augen seines künftigen Schwiegervaters Diego Maradona lediglich das Außennetz. Messi scheiterte kurz vor der Pause nach tollem Solo am stark parierenden Torwart Sergio Romero (41.).

Großer Jubel in der Pause

Der größte Jubel brandete somit erst in der Pause auf, als die Zuschauer von der Reck-Goldmedaille des Chinesen Zou Kai informiert wurden.

Nach dem Seitenwechsel setzten die beiden Duellanten ihren Abnutzungskampf auf hohem Niveau fort und warteten auf einen Fehler - der Brasilien unterlief: Angel di Maria durfte unbedrängt flanken und Agüero zum 1:0 abstauben (52.).

Ronaldinho im Pech

Brasilien antwortete mit einem Pfostenschuss von Rafael Sobis. Mit einem weiteren Tempodribbling leitete Messi zwei Minuten später die Vorentscheidung ein. Über Ezequiel Garay kam der Ball zu Agüero, der wieder vollstreckte.

Ronaldinho hatte darauf Pech, als er einen Freistoß an den Pfosten setzte (65.). Kurz darauf war das Spiel für den schwachen Bremer Diego beendet, weil Dunga mit Jo auch noch seinen letzten Stürmer brachte. Rafinha verursachte nach 74 Minuten an Agüero einen Foulelfmeter, den Riquelme verwandelte.

"Super Eagles" früh in Führung

In Shanghai brachte Olubayo Adefemi die "Super Eagles" früh in Führung (17.). Hoffenheims Bundesliga-Profi Obasi machte mit seinen Treffern in der zweiten Hälfte den Final-Einzug perfekt (59./72.).

Unmittelbar nach seinem zweiten Tor wurde der 22-Jährige unter großem Applaus der nigerianischen Anhänger ausgewechselt.

Chibuzor Okonkwo erhöhte kurz darauf auf 4:0 (78.), ehe Laurent Ciman den Ehrentreffer für die "Roten Teufelchen" gelang (88.). Neben Obasi spielte auch der Berliner Solomon Okoronkwo von Beginn an für Nigeria, bis er in der 57. Minute ausgewechselt wurde.

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