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Sabine Spitz verpasst das Finale nur knapp
Sabine Spitz gewann 2004 in Athen die Bronzemedaille © imago

Krach im Mountainbike-Lager: Medaillenhoffnung Sabine Spitz greift die Fumic-Brüder an. Grund sind die Anti-Doping-Richtlinien.

Peking - Zwischen Mountainbike-Europameisterin Sabine Spitz und den Brüdern Manuel und Lado Fumic herrscht wegen deren Haltung im Anti-Doping-Kampf weiter Funkstille.

"Beide sind beratungsresistent. Die Standpunkte sind recht klar", sagte die 36-Jährige, die bei den Olympischen Spielen im Cross-Country-Rennen am Freitag die Goldmedaille anpeilt.

Zu Manuel Fumic, der im Männer-Kader bei Olympia steht, habe sie keinen Kontakt. "Wir gehen uns aus dem Weg und haben uns nichts zu sagen", sagte Spitz weiter.

Der Wortführer und Großspurige sei zwar Lado, aber eigentlich stünden ja beide hinter dem Standpunkt. Ein Vermittlungsgespräch habe es nicht gegeben.

Verstoß gegen Grundrechte

Die Fumic-Brüder hatten der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) sowohl im letzten Quartal als auch in diesem Jahr die geforderten Aufenthalts-Informationen ("Whereabouts") vorenthalten, um somit gegen die Unverhältnismäßigkeit der Dopingkontrollen zu protestieren.

Dieses System verstoße gegen die Grundrechte eines Menschen.

Keine Sperre wegen Formfehler

Die Fumic-Brüder waren vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wegen der zwei Meldeverstöße zunächst für drei Monate gesperrt worden.

Allerdings musste der BDR-Rechtsausschuss wegen eines Formfehlers sein Urteil revidieren. Sowohl die Verwarnung als auch der Bescheid über die Sperre waren zeitgleich am 11. April 2008 an die Fumic-Brüder verschickt worden.

Kaum Kontrollen bei Spitz

Spitz gilt als engagierte Anti-Dopingkämpferin und hatte auch schon einmal die Handy-Ortung als Kontrollmaßnahme vorgeschlagen.

In Peking ist die Kontrolldichte offenbar nicht allzu hoch. Die Europameisterin war letztmals am 20. Juli bei den deutschen Meisterschaften kontrolliert worden.

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