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Enttäuschung nach dem Aus: Torsten Jansen (l.), Oliver Köhrmann © imago

Stefan Kretzschmar, Jens Kruppa und Stefan Pfannmoeller berichten für Sport1 von Olympia - nah am Sportler. Diesmal: Kretzsche schreibt über das Aus der deutschen Handballer.

Liebe Handballfreunde,

Aus! In der Vorrunde!

Da kann man nur enttäuscht und niedergeschlagen sein. Mir geht es da nicht anders als den Spielern, die sich zurückgezogen haben, um den Schock zu verdauen.

Klar, die Erwartungen waren natürlich andere nach den Erfolgen der letzten Jahre. Auch ich habe unseren Jungens mehr zugetraut. So früh auszuscheiden, ist einfach nur bitter.

Entsprechend ist es auch für Spieler und Trainer noch nicht wirklich zu begreifen, was passiert ist.

Geplant ist, dass sie jetzt vorzeitig abreisen und so nicht mal mehr die Chance haben, die einmalige Atmosphäre bei Olympia zu erleben - das ist doppelt brutal!

Aber ob man die letzten Tage wirklich hätte genießen können, ist auch fraglich.

Ursachenforschung

Der Grund für das Ausscheiden war mit Sicherheit nicht die Niederlage gegen Dänemark! Gegen den amtierenden Europameister darf man verlieren.

Aber gegen Island hat man unnötigerweise Punkte verschenkt. Und dann kam das Unentschieden gegen Russland hinzu.

Da haben wir die Riesenchance der vorzeitigen Viertelfinal-Qualifikation aus der Hand gegeben - bitter!

Die Ausfälle von Pascal Hens und Lars Kaufmann waren letztlich nicht zu kompensieren. Dabei darf man aber nicht übersehen, dass für meine Begriffe die verbliebenen Spieler ? abgesehen von einigen Ausnahmen - nicht in Topform gekommen sind.

Klar, die meisten Spieler hatten eine harte Saison in den Knochen, aber warum ausgerechnet bei dem Saisonhöhepunkt Olympia einige Akkus leer waren, muss natürlich hinterfragt werden.

Denn trotz der verletzungsbedingten Ausfälle hätte die K.o.-Runde auch mit dem verbliebenen Kader erreicht werden müssen.

Olympia eine Nummer zu groß?

Vielleicht waren einige Spieler zu sehr beeindruckt und konnten mit dem Erlebnis Olympia nicht umgehen?!

Olympia ist unbeschreiblich, einmalig und war vielleicht zu überwältigend, zu viel für den einen oder anderen jungen Spieler. Solche Umstände können schon erdrückend wirken.

Ein verflixtes Tor

Im Endeffekt war es dann doch nur das eine Tor, das gegen Russland gefehlt hat. In diesem Spiel hätte alles klar gemacht werden können. Aber es war nun mal eine extrem starke Vorrunde, und da werden solche vergebene Chancen bitter bestraft.

Schade, dass wir jetzt ohne unsere Jungs auskommen müssen. Ich werde sie vermissen!

Euer Kretzsche

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Stefan Kretzschmar, Jens Kruppa und Stefan Pfannmoeller, drei amtierende Olympiamedaillengewinner, berichten bei Sport1.de über die Olympischen Spiele - ganz nah am Sportler. Mehr auf www.netzathleten.de ? netzathleten.de ist das Sportler-Netzwerk Nr.1 in Europa.

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