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Ab 8. Juni 2003 war Ludmilla Blonska schon einmal zwei Jahre wegen Dopings gesperrt © getty

Dopingsünder, die Fünfte: Die Silbermedaillen-Gewinnerin im Siebenkampf, Ludmilla Blonska, wurde positiv getestet.

Peking - Die Olympischen Spielen in Peking haben einen spektakulären Dopingfall.

Die ukrainische Leichtathletin Ludmilla Blonska ist als Silbermedaillen-Gewinnerin im Siebenkampf positiv getestet worden.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der französischen Sportzeitung "L'Equipe". Die B-Probe sollte am Abend geöffnet werden.

Nach Angaben von Lamine Diack, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, handelt es sich um das anabole Steroid Methyltestosteron.

Die IOC-Disziplinarkommission unter Vizepräsident Thomas Bach tritt am Donnerstag zusammen, um über Blonskas Disqualifikation und den Olympiaausschluss zu entscheiden.

Der fünfte Fall

Die 30-Jährige ist der fünfte Dopingfall in Peking und steht nach einem ersten positiven Test auf das Steroid Stanozolol 2003 vor einer lebenslangen Sperre.

In Peking wurden bereits die spanische Radsportlerin Maria Isabel Moreno mit dem Blutdopingmittel Epo, der nordkoreanische Pistolenschütze und zweifache Medaillengewinner Kim Jong-Su mit dem Betablocker Propranolol und die vietnamesische Kunstturnerin Do Thi Ngan Thuong mit einem Diuretikum erwischt.

Halkia wird ausgeschlossen

Am vergangenen Montag war darüber hinaus die Griechin Fani Halkia von den Spielen ausgeschlossen worden.

Der Olympiasiegerin von 2004 über 400 m Hürden war das anabole Steroid Methyltrienol nachgewiesen worden. Kurz vor und nach dem Olympia-Auftakt waren rund zwei Dutzend Namen von weiteren Sündern bekanntgeworden, die daraufhin nicht antreten durften.

Hallen-Weltmeisterin Ludmilla Blonska, die nach einem Ausschluss von den Wettkämpfen am Freitag nicht im Weitsprung-Finale starten dürfte, hatte im Siebenkampf mit 6700 Punkten Platz zwei hinter ihrer ukrainischen Teamkameradin Natalia Dobrynska (6733) belegt.

Schwarzkopf wäre Achte

Im Falle einer Disqualifikation würde Hyleas Fountain (USA/6619) auf den zweiten Platz nachrücken.

Bronze erhielte die Russin Tatjana Tschernowa (Russland), Lilli Schwarzkopf (Paderborn/6379) wäre dann Achte, Jennifer Oeser (Leverkusen) Elfte und Sonja Kesselschläger (Neubrandenburg/6140) an Position 16.

"Traue ihr nicht über den Weg"

Ludmilla Blonska galt schon lange als verdächtig. "Ich traue ihr nicht über den Weg", hatte die Sonja Kesselschläger, in Athen 2004 noch Sechste, im Vorfeld der Pekinger Spiele gesagt.

Bei der WM 2007 in Osaka hatte die britische Siebenkampf-Dritte Kelly Sotherton die Vize-Weltmeisterin angegriffen. Keine habe gegen sie antreten wollen: "Wir unterstützen keine Betrüger. Sie hat einmal betrogen, wer sagt, dass sie es nicht wieder tut?"

Blonska war von 2003 bis 2005 nach einem Positiv-Test auf anabole Steroide gesperrt worden.

Extrem raue Stimme

In Osaka fiel sie im vergangenen Jahr durch eine extrem raue Stimme und außergewöhnliche Steigerungen ihrer Bestmarken im Hoch- und Weitsprung sowie im Speerwurf und über 800 m auf. Blonska von Ehemann Sergej trainiert, einem früheren Zehnkämpfer.

Ukrainische Sportler waren mehrfach bei Großereignissen aufgefallen. Bei Olympia 2004 verlor der Frauen-Doppelvierer Bronze, weil Olena Olefirenko die Einnahme der unerlaubten Stimulans Ethamivan nachgewiesen wurde.

4130 Dopingtests

Bei der Leichtathletik-WM 1997 in Athen musste Kugelstoßer Alexander Bagatsch Gold abgeben - wegen Ephedrin. Sieger wurde damals John Godina (USA), auf Platz zwei rückte Oliver-Sven Buder (Wattenscheid) nach.

Seit Beginn dieser Olympischen Spiele sind 4130 Dopingtests durchgeführt worden, 848 davon waren Bluttests. Insgesamt sollen in Peking 4500 Dopinganalysen vorgenommen werden, das würde einen Rekord in der Geschichte von Olympischen Spielen bedeuten.

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