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Matthias Witthaus (r.) ist einer der stärksten Angreifer © imago

Vor vier Jahren verloren die Hockey-Herren gegen die Niederlande. Jetzt wollen sie im Halbfinale am Donnerstag den Spieß umdrehen.

Peking - Nach vier Jahren schlägt für Weltmeister Deutschland die Stunde der Revanche.

Bei den Spielen 2004 platzte der Traum vom Gold im Halbfinale durch eine 2:3-Niederlage gegen die Niederlande, nun wollen sie den Spieß umdrehen.

Am Donnerstag (ab 12 Uhr LIVE) geht es bei den Olympischen Spielen in Peking um den Einzug ins Finale am Samstag erneut gegen den Erzrivalen.

Australien und Spanien stehen sich anschließend im zweiten Halbfinale gegenüber.

Niederländer als Gegner gewünscht

"Wir sind jetzt da, wo wir hinwollten", sagte Bundestrainer Markus Weise: "Ziel der Mannschaft war immer, um die Medaillen zu spielen." Mannschaftskapitän Timo Weß hat sich die Niederländer als Gegner gewünscht.

"Meist sehen wir gegen Holland ganz gut aus", sagt der Kölner: "Sie spielen offensiv und kommen nicht so gut mit unserer Defensivtaktik zurecht."

Verteidiger Sebastian Biederlack, neben Weß einer von fünf verbliebenen Athen-Fahrern im Kader, war der Gegner dagegen egal: "Gegen Holland ist immer eine besondere Rivalität auf dem Platz", sagte der erfahrene Hamburger: "Es geht immer heiß zur Sache, aber wir wissen auch, was auf uns zukommt. Es wird auf jeden Fall ganz eng."

22 Siege gegen Holland

57-mal schon haben sich beide Teams in der Geschichte gegenübergestanden, gegen keine Mannschaft trat die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) öfter an.

Mit 22 Siegen bei 18 Unentschieden ist die Bilanz positiv. Nach dem WM-Triumph 2006 erreichte die aktuelle deutsche Mannschaft zwei Siege und zwei Unentschieden und verlor nur mit 3:5 bei der Champions Trophy im Juni. 15 Minuten Unaufmerksamkeit hatten für die Niederlage gereicht.

"Damals haben wir noch zu viele Gegentore bekommen, sagt Weise: "Das hat die Mannschaft hier eindeutig besser im Griff. Die Entwicklung ist klar positiv."

Auf Taekema aufpassen

Stürmer und Mittelfeldspieler arbeiten mit nach hinten, die Deckung um Weß und Max Müller steht kompakt.

"Wir sind durch die Abwehrleistung in einer Situation, dass die Gegner nicht viele Chancen haben", meint Weise. Gegen den weltbesten Strafeckenschützen Taeke Taekema ist allerdings auch besondere Aufmerksamkeit nötig: "Der erste Punkt ist, dass wir keine Ecken zulassen."

Bei den Niederländern war die Stimmung nicht besonders gut, als am Dienstagabend Australien durch das 3:3 gegen Großbritannien den Gruppensieg und damit die Partie gegen den Weltmeister verspielte.

Größere Erfahrung

"Gegen uns haben alle Mannschaften Angst, keiner will gegen uns spielen", sagte Regisseur Tibor Weißenborn, der zwei Jahre in den Niederlanden spielte und sich bestens mit der Befindlichkeit der "Oranjes" auskennt: "Wir haben die beste Abwehr und sind nur sehr schwer zu schlagen."

Einen Unterschied könnte die größere Erfahrung des Europameisters ausmachen. In Jeroen Delmee und Teun de Nooijer haben sie zwei absolute Weltklassespieler im Team, die älter als 30 Jahre sind und schon alles erlebt haben.

Kleiner Umbruch

In der deutschen Mannschaft gab es dagegen nach der WM 2006 einen kleinen Umbruch, als die Führungsspieler Philipp Crone, der als TV-Experte in Peking ist, und Stefan Emmerling aufhörten.

"Es ist sehr schwer, zwei solche Spieler in nur zwei Jahren zu ersetzen", meinte Weise: "Das Potenzial zum Olympiasieg aber hat die Mannschaft."

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