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Lena Schöneborn erkämpfte sich bei der WM 2007 in Berlin die Silbermedaille © imago

Nachdem die Männer eine Medaille verpasst haben, will Lena Schöneborn am Freitag im Modernen Fünfkampf auf sich aufmerksam machen.

Peking - Als Britta Steffen ihr zweites Schwimm-Gold bei Olympia in den Händen hielt, fing Fünfkämpferin Lena Schöneborn auf der Tribüne an zu träumen.

"Ich hatte eine Gänsehaut", sagt die Bonnerin: "Es wäre toll, auch auf dem Treppchen zu stehen."

Damit es mit der ersten deutschen Fünfkampf-Medaille seit 72 Jahren klappt, hat das Energiebündel die Batterien ganz aufgeladen.

"Ich bin in Top-Form und kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht", meint die 22 Jahre alte WM-Fünfte vor dem Frauen-Wettkampf am Freitag.

Wackeldisziplin Reiten

Sechs Wochen Vorbereitung liegen hinter Schöneborn, doch Gold lässt sich nun mal nicht planen: "Leider gibt es drei Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann: die Gegner, das Wetter und natürlich das Pferd."

Das Reiten, neben dem Schießen, Fechten, Schwimmen und Laufen Bestandteil des Pentathlons, ist Lena Schöneborns Wackeldisziplin. Erschwerend kommt hinzu, dass beim Fünfkampf die Pferde zugelost werden.

Bei ihrer Silbermedaille bei der Heim-WM 2007 in Berlin hatte die BWL-Studentin Glück und erwischte mit "Ready to Fly" ein Top-Pferd, mit dem sie tatsächlich in die Weltspitze abhob.

Wettkampf ohne Zwischenstände

"Seitdem bin ich wesentlich selbstbewusster und lasse mich auch nicht unterkriegen, wenn mal eine Disziplin in die Hose geht", sagt die frühere Junioren-Weltmeisterin, die sich anders als viele ihrer Konkurrentinnen keine Zwischenstände geben lässt: "Wenn meine Leistung stimmt, dann stimmt auch meine Platzierung."

Und ihre Leistung passte seit dem Wechsel vom Schwimmen zum Fünfkampf vor acht Jahren fast immer.

Neues Aushängeschild

Nach dem angekündigten Rücktritt von Ex-Weltmeister Eric Walther nach Olympia gilt Schöneborn als neues Aushängeschild des Deutschen Verbandes für Modernen Fünfkampf (DVMF).

Die große Bühne Olympia kommt für den Lockenkopf genau recht. "Olympische Spiele sind für uns Fünfkämpfer eine einmalige Gelegenheit, auf uns aufmerksam zu machen. Diese Chance will ich nutzen", erklärte Schöneborn. Zweite deutsche Teilnehmerin ist Eva Trautmann.

Modusänderung nach Olympia

Um der drohenden Streichung aus dem olympischen Programm zu entgehen, hat sich der Fünfkampf zu einer Reform nach den Spielen in Peking entschlossen.

In Zukunft werden die beiden Disziplinen Schießen und 3000-m-Geländelauf in einer Art Sommer-Biathlon miteinander kombiniert. Die Wettkämpfe in Peking werden noch im traditionellen Modus abgehalten.

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