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Natascha Keller erzielte den Führungstreffer zum 1:0 in der 4. Minute © getty

Der Traum von der Titelverteidigung ist beendet. Die Hockey-Damen scheitern im Halbfinale an China. Der Siegtreffer ist umstritten.

Von Rainer Nachtwey

München/Peking - Die deutschen Damen haben das olympische Hockey-Finale verpasst.

In der Neuauflage des Halbfinales von Athen 2004 unterlag die Mannschaft von Trainer Michael Behrmann im Olympic Green Stadium den Chinesinnen mit 2:3 (1:1).

Die Tore von Natascha Keller (4.) und Janine Beermann (36.) konnten die zweite Niederlage der Titelverteidigerinnen im Turnier nicht verhindern.

Früheste Führung im Turnier

Dabei gelang der deutschen Mannschaft ein guter Start in die Partie. Bereits nach 30 Sekunden hatte die DHB-Auswahl ihre erste große Chance. Janine Beermann wurde im Schusskreis von Fanny Rinne frei gespielt, die 24-Jährige traf den Ball jedoch nicht richtig und er kullerte knapp im langen Pfosten vorbei.

Drei Minuten später machte es Keller besser. Nach einem Schuss von Anke Kühn nutzte sie das Chaos im chinesischen Schusskreis und markierte mit der Rückhand den frühesten Treffer der DHB-Auswahl im Turnier.

Intensität nimmt ab

Die Intensität der ersten Minuten, in denen die Chinesinnen eine Strafecke (3.) ungenutzt ließen, nahm ab und es dauerte bis zur 15. Minute, ehe die deutsche Mannschaft zu einer Torchance kam.

Eileen Hoffmann zog nach einem missglückten Klärungsversuch der Chinesinnen von der Strafraumgrenze ab, ihr Schuss ging aber knapp am linken Pfosten vorbei.

China verdient sich Ausgleich

Die Chinesinnen gaben mit zunehmender Spieldauer ihre Kontertaktik auf und entfachten mehr Druck auf den deutschen Kasten. Die Folge waren drei Chancen, davon zwei Strafecken (20. und 22. Minute), die Keeperin Kristina Reynolds glänzend parierte.

In der 31. Minute war die junge Torfrau dann machtlos. Nach einem langen Pass nützten die Chinesinnen eine 2-gegen-1-Situation zum Ausgleich. Qingling Song bediente Lihua Gao und sie überwand Reynolds mit einem Schlenzer ins lange Eck.

Und die deutschen Damen durften sich bei ihrer Keeperin bedanken, dass sie nicht mit einem Rückstand in die Pause gingen. Zwei weitere Chancen machte sie kurz vor der Halbzeit zu Nichte.

Frühe Führung hilft nicht

Wie im ersten Durchgang starteten die deutschen Damen auch nach der Pause furios. Maike Stöckel zog vom linken Flügel zum Tor, bediente Beermann, die aus wenigen Zentimetern den Ball über die Linie stocherte. Keine 60 Sekunden waren zu dem Zeitpunkt gespielt.

Allerdings hielt die Führung nicht lange. Nach einer Strafecke erzielte Chinas Starspielerin Ma Yibo (39.) aus der vierten Strafecke heraus den 2:2-Ausgleich. Yibo erhielt kurz vor der Partie die Spielerlaubnis, obwohl sie wegen Verstoßes gegen den Verhaltenskodex mit einem Spiel Sperre bedacht worden war.

Bessere Chancen für China

Auch nach dem erneuten Ausgleich drückte China weiter auf den Kasten von Reynolds, und die deutsche Mannschaft wurde immer mehr in die Defensive gedrängt.

Die beste Chance zur Führung hatten die Gastgeberinnen in der 46. Minute als die deutsche Torhüterin zweimal gegen einschussbereite Chinesinnen rettete, ehe Julia Müller endgültig klären konnte.

Nach einem Fehler von Rinne kamen die Mannschaft des koreanischen Trainers Kim Chang Back zu einer Chance nach einer Strafecke, aber auch diese konnte Reynolds mit einer Glanztat abwehren.

Ball im chinesischen Tor

In die Drangphase der Chinesinnen hinein, erspielte sich die Behrmann-Truppe die Chance zur Führung. Anke Kühn bugsierte den Ball auch im Nachschuss über die Linie, doch die Referees hatten bereits abgepfiffen.

Die folgende Strafecke setzte Müller neben den Kasten.

Zweifel beim chinesischen Treffer

Im Gegenzug fiel die erstmalige Führung der Chinesinnen, die für viel Diskussion sorgte. Fu Baorongs Pass kam hoch vor das Tor und Zhao Yudiao traf aus der Luft zum 3:2.

Die deutschen Spielerinnen monierten gefährliches Spiel, doch die Schiedsrichterinnen blieben auch nach dem Bemühen des Viedeobeweises bei ihrer Entscheidung auf Tor.

Treffer bleibt verwehrt

Der Rückstand wirkte wie ein Weckruf. Die deutschen Damen rissen das Spiel an sich und kamen zu guten Chancen (59., 60. und 63.), doch die chinesische Keeperin wehrte die Schüsse von Kühn, Rinne und Stöckel ab.

Mit Ablaufen der Spielzeit wurde den deutschen Damen noch eine Strafecke zugesprochen, aber auch diese Chance blieb ungenützt.

Während die Chinesinnen am Freitag im Endspiel stehen, tritt die deutsche Mannschaft zwei Stunden eher (ab 12 Uhr LIVE) im Spiel um Platz drei gegen Argentinien an, das sich den Niederlanden mit 2:5 (0:3) geschlagen geben musste.

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