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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Isabell Werth verpasste ihre insgesamt sechste Goldmedaille © getty

Einen Tag nach dem verpassten Triumph versöhnt sich Isabell Werth mit ihrem bockenden Pferd. 2012 in London soll nun Gold her.

Hongkong - Am Tag danach konnte Isabell Werth dem bockenden Satchmo nicht mehr böse sein.

Die Dressur-Reiterin ging sogar in den Supermarkt in Hongkong, um das Obst für den 14 Jahre alten Wallach eigenhändig auszusuchen.

"Ich habe ihm eine Portion Äpfel extra gegeben, die mag er am liebsten", sagte die 39-Jährige.

Vergessen waren die beiden Patzer in der Piaffe, mit denen Satchmo die Reiterin um olympisches Einzel-Gold gebracht hatte.

Mehrmonatige Pause

In den nächsten Monaten soll Satchmo pausieren. Erst beim Stuttgarter Turnier Mitte November wird er ins Wettkampf-Viereck zurückkehren.

"Er hat sich die Pause verdient. Ich muss jetzt versuchen, ihm das Selbstvertrauen zurückzugeben", sagte Werth, die am Tag nach der Niederlage bei einer ausführlichen Shopping-Tour entspannte.

Trotz der Enttäuschung im Einzel-Finale will Isabell Werth ihre Karriere auf jeden Fall fortsetzen. "Nach dem Pech in Hongkong ist Olympia in London 2012 eine noch größere Herausforderung. Außerdem bin ich ja die Jüngste der drei Erstplatzierten hier", sagte sie.

Olympiasiegerin Anky van Grunsven (Niederlande) ist 40, die drittplatzierte Heike Kemmer aus Winsen 46 Jahre alt.

"Hat überreagiert"

Bei der Ursachenforschung für die Patzer von Satchmo, der sich erst im Anschluss an eine Augenoperation vor einigen Jahren zu einem Top-Dressurpferd entwickelte, machte Werth leichte Fortschritte.

"Er hat überreagiert und war verspannt. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr meine ich, dass ihn die Atmosphäre und vor allem das Flutlicht im Stadion gestört haben. Wir haben zwar in Aachen unter Flutlicht trainiert, dennoch fühlte er sich nicht wohl", meinte Werth über Satchmo.

Nicht enttäuscht schien die Reiterin darüber, dass sie es verpasst hatte, mit der sechsten Goldmedaille den früheren Dressurreiter Reiner Klimke als erfolgreichsten Reitsportler aller Zeiten abzulösen: "Darüber mache ich mir keine großen Gedanken."

Gemeinsame Rückreise

Am Freitag geht es zurück nach Deutschland. "Ich bin mit Satchmo gemeinsam angereist und werde auch wieder mit ihm gemeinsam zurückreisen", sagte Werth, deren Hongkong-Aufenthalt knapp vier Wochen dauerte.

Zuvor jedoch will sich die Ausnahme-Reiterin am Donnerstag das Einzel-Finale der Springreiter anschauen. "Die Jungs brauchen unsere Unterstützung", so Werth.

"Bin aus dem Häuschen"

Trotz des anstrengenden Wettkampfs stieg Werth gemeinsam mit Kemmer zu nächtlicher Stunde auf die Bühne des Riverside-Hotels, um dort Siegerin van Grunsven zu feiern.

Kemmer kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Mit Bronze gewann die Team-Olympiasiegerin von 2004 und 2008 ihre erste Einzelmedaille bei einem Championat.

"Und das bei Olympia. Ich bin aus dem Häuschen", sagte Kemmer.

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