Stefan Kretzschmar, Jens Kruppa und Stefan Pfannmoeller berichten für Sport1 von Olympia - nah am Sportler. Diesmal: Stefan Pfannmoeller trifft Gold-Triathlet Jan Frodeno.

Peking - Am Mittwoch überraschte Triathlet Jan Frodeno die versammelte Weltelite, als der baumlange BWL-Student auf der Zielgeraden zum fulminanten Schlusspurt ansetzte und Deutschland die zehnte Goldmedaille in Peking bescherte.

Der Spanier Javier Gomez, der als Topfavorit galt und in diesem Jahr WM-Gold und vier Weltcups gewann, war der Erste, dem im Sprint auf den letzten 200 Metern die Kräfte ausgingen.

Ex-Weltmeister Bevan Docherty aus Neuseeland hatte Silber in Athen gewonnen und strauchelte als nächster, bis auf den letzten 70 Metern nur noch der kanadische Olympiasieger von 2000, Simon Whitfield, und Frodeno übrig geblieben waren.

Whitfield hatte den Sprint angezogen und musste dann mit ansehen, wie der Deutsche ihn in Grund und Boden lief und sich zum "König der Triathleten" krönte.

Netzathlet Stefan Pfannmoeller traf "Frodo" (hier geht es zum VIDEO) und sprach mit ihm über die angenehmen Pflichten eines Olympiasiegers.

Jens Kruppa: Guten Tag Herr Pfannmoeller, heute im Interview mit?

Stefan Pfannmoeller: Mit Jan Frodeno, alias "Frodo", dem schnellsten Triathleten der Welt. Ein super Typ, wir haben ihn gerade schon ein wenig kennengelernt. Ja, Jan, wie fühlt man sich mit Gold?

Frodeno: Es ist unglaublich. Ein Termin jagt den nächsten und ich hab insgesamt erst anderthalb Stunden geschlafen, seitdem ich ins Ziel gekommen bin. Es ist absolut traumhaft und ich liebe mein Leben momentan sehr.

Stefan: Hast Du vorher daran geglaubt, an Olympia Gold? Hast Du dich damit im Training motiviert?

Frodeno: Ja, ich hab es mir immer wieder im Training vorgestellt, gewünscht und erträumt. Und am Ende ist es nun so gekommen.

Stefan: Was sagst Du zu der Anlage hier in China?

Frodeno Ja, die Anlage war echt absolute Spitze! Die Chinesen haben sich richtig ins Zeug gelegt. Die Anlage war perfekt und es war alles super organisiert. Die Helfer und die Verpflegung unterwegs waren top, was gut war, denn es war ja auch sehr heiß. Deshalb war es wirklich super, dass man vier Mal pro Runde an einem Wasserstand vorbeikam.

Stefan: Ihr seid ja ein Team. Kann man da im Wettkampf auch als Team agieren oder kämpft da jeder für sich alleine?

Frodeno: Das Teamwork wird immer wieder angesprochen. Wir haben das in der Mannschaft nicht so sehr gehabt. Bei uns hat sich das Teamwork auf die Vorbereitung beschränkt. Wir haben viel zusammen trainiert, aber im Rennen steht dann jeder für sich, Mann gegen Mann.

Stefan: Welchen Tipp würdest Du einem Freizeit-Triathleten geben, wenn dieser noch mal 20 Minuten schneller werden möchte.

Frodeno: Das Wichtigste ist, dass er den Spaß daran findet. Den häufigsten Fehler, den Hobbyathleten machen, ist, dass sie zu hart trainieren. In der Ruhe liegt die Kraft. Lieber ein wenig länger, dafür ein wenig ruhiger. Immer in dem Tempo, dass man sich noch unterhalten kann. Dann ist alles im Lot.

Stefan: Was machst Du nun die nächsten Tage? Gibt es noch das ein oder andere Bier?

Frodeno: Mit Sicherheit! Ich werde die Zeit hier jetzt noch genießen. Wir haben ja zum Glück auch einen Biersponsor der deutschen Olympia-Mannschaft, da wird dann auch immer für Nachschub gesorgt sein. Und dann schaue ich mal was sonst noch alles auf mich zukommt, denn aktuell jagt gerade ein Termin den nächsten.

Stefan: Man hat es nicht leicht als Superstar. (beide lachen)

Frodeno: Na gut, das ist schon übertrieben. Aber es ist auch toll zu sehen, dass Leute Interesse an meiner Person haben.

Stefan: Ja, super. Vielen Dank. Kompliment auch noch mal zu dem tollen Endspurt, wir haben alle mit gefiebert. Es war wirklich ein Erlebnis. Vielen Dank für die Zeit und viel Erfolg für die Zukunft.

Frodeno: Danke Dir.

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