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Eric Walther wurde 2003 Weltmeister. Seine stärksten Disziplinen: Schwimmen und Laufen © imago

Die deutschen Modernen Fünfkämpfer vergeben in den letzten Disziplinen ihre Medaillenchance in Peking. Gold geht nach Russland.

Peking - Als Eric Walther in der Pferde-Lotterie die Niete Chuchu gezogen hatte und am Ende der Traum von einer Olympiamedaille geplatzt war, sackte Deutschlands bester Fünfkämpfer enttäuscht in sich zusammen.

Während sich der Bensheimer Steffen Gebhardt über seinen glücklich zustandegekommenen 5. Platz verhalten freute, fühlte sich der frühere Weltmeister Walther in seinem wohl letzten großen Auftritt vor dem Karriereende vom Pech verfolgt.

"Ich bin sehr enttäuscht. Hier war eine Medaille drin", sagte Walther, nachdem er im abschließenden 3000-m-Rennen nur als 16. ins Ziel gelaufen war. Einen Schuldigen hatte der Berliner auch schnell ausgemacht: "An meinem schwachen Reitergebnis gebe ich die Schuld meinem Pferd. Chuchu wollte nicht so wie ich."

Gold-Chance vertan

Mit dem ihm zugelosten Wallach riss der in aussichtsreicher Position liegende Walther etliche Hindernisse.

Bei einem fehlerfreien Ritt hätte der Athen-Siebte sogar in den Kampf um Gold eingreifen können, so aber müssen deutsche Fünfkämpfer weiter auf die erste Medaille seit dem Olympiasieg von Gotthard Handrick 1936 in Berlin warten.

Doch der 33-jährige Deutsche war nicht der einzige, der ungewollt für Komik im Reit-Parcours sorgte.

Skurriles Schauspiel beim Reiten

Unter den Augen von Fürst Albert von Monaco, dem Weltverbands-Ehrenpräsidenten, bot sich im OSC-Stadion ein skurriles Schauspiel, bei dem viele völlig überforderte Sportler vom Pferd fielen.

"Für das Image des Modernen Fünfkampfs war das sicher nicht förderlich", sagte Walther. Er könne sich das nur mit der Nervosität von Reitern und Pferden bei Olympia erklären.

Der Russe Andreij Moisejew profitierte von den Bedingungen und wiederholte seinen Triumph von Athen. Der Europameister (5632) gewann Gold vor den beiden Litauern Edvinas Krungolcas (5548) und Andrejus Zadneprovskis (5524).

Walther denkt an Karriere-Ende

Für Walther war der dritte Olympiaauftritt der letzte, wahrscheinlich sogar der letzte Fünfkampf überhaupt in seiner Karriere.

"Es steht noch nicht hundertprozentig fest, aber die Tendenz geht dahin. Es spricht vieles dafür, dass ich aufhöre", sagte Walther, der 2002 im italienischen Pesano den ersten und bislang einzigen WM-Titel für Deutschland im Einzel geholt hatte.

In die Fußstapfen von Walther soll Steffen Gebhardt treten.

Glück in der Pferde-Lotterie

Der 26-Jährige profitierte von den unterschiedlichen Qualitäten der Pferde und schob sich mit einem guten Reitergebnis (1128 Punkte) und einem engagierten Lauf (1108) nach durchschnittlichen Leistungen im Schießen (1132), Fechten (832) und Schwimmen (1280) auf Platz fünf vor.

"Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Mein Wettkampf war eigentlich gar nicht gut, aber zum Glück haben viele beim Reiten gepatzt", meinte der WM-Vierte von 2007.

Am Freitag (ab 8.30 Uhr LIVE ) geht es für die deutschen Frauen um Medaillen. Vor allem die WM-Fünfte Lena Schöneborn aus Bonn gilt als aussichtsreiche Kandidatin. Außerdem vertritt die Darmstädterin Eva Trautmann die deutschen Farben.

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